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„Willkommen auf meinem Blog!

Mein Name ist Claudia Black,

als Resilienzcoach teile ich mit dir meine besten Impulse für innere Stärke, berührende Geschichten und Inspiration fürs Leben. Jeden Freitag erscheint hier ein neuer Blog-Knaller. Du kannst den Blog auch gerne jeden Freitag bequem in dein E-Mail-Postfach bekommen. Melde dich einfach formlos unter [email protected].

"Manchmal reicht ein einziger Gedanke,
um dein ganzes Leben zu verändern."

Lass dich berühren. Lass dich inspirieren. Lass dich bewegen.

5. Juni 2026

Thermometer oder Thermostat?

Nicht nur die Kälte messen, sondern Wärme mitbringen.

Drei Schlagzeilen aus den letzten Wochen. Drei kleine Stiche ins Herz. Und sofort merke ich: Da passiert etwas mit meiner inneren Temperatur.

„Starke Social-Media-Nutzung verschlechtert das Wohlbefinden junger Menschen.“ Ein aktueller Bericht verbindet intensive Social-Media-Nutzung mit sinkendem Wohlbefinden, besonders bei jungen Menschen.

„Zu viele Kinder sind im Netz schutzlos unterwegs.“ Das UN-Menschenrechtsbüro fordert gerade mehr Schutz für Kinder auf Online-Plattformen.

„Extreme Hitze trifft Europa immer früher und härter.“ Ende Mai wurden in Teilen Europas und in Großbritannien Rekorde gebrochen; Fachleute warnen vor häufigeren Extremen.

Und ich merke beim Lesen: Ich bin betroffen. Ja, vielleicht sogar erschrocken oder niedergeschlagen. Warum? Weil ich als Leserin nichts, aber auch gar nichts daran ändern kann. Zumindest fühlt es sich im ersten Moment so an.

Wenn Nachrichten uns zu Thermometern machen

Ist dir das mal aufgefallen? Dass viele Nachrichten uns zu Thermometern machen? Wir lesen, messen, registrieren, erschrecken. Wir stellen fest: Es ist kalt geworden. Oder heiß. Oder gefährlich. Oder traurig.

Das Thermometer schlägt aus und wir schauen drauf und denken: Tja. Sieht nicht gut aus.

Viele Nachrichten informieren, aber sie lassen uns gleichzeitig ohnmächtig zurück. Je länger wir nur feststellen, was schiefläuft, desto schneller breitet sich dieses Gefühl aus:

Ich kann ja doch nichts tun.

Dieselben Themen, andere Richtung

Aber dann habe ich gedacht: Man könnte dieselben Themen auch anders formulieren.

Nicht nur: „Social Media schadet jungen Menschen.“

Sondern: „Wie wir echte Beziehungen stärken können, damit junge Menschen innerlich gesund bleiben.“

Nicht nur: „Kinder sind im Netz schutzlos unterwegs.“

Sondern: „Was wir tun können, damit Kinder online besser geschützt sind.“

Nicht nur: „Extreme Hitze trifft Europa immer früher und härter.“

Sondern: „Wie wir in Zeiten von Hitze aufeinander achten und Schwächere schützen können.“

Die erste Gruppe macht mich zum Thermometer. Die zweite erinnert mich: Ich könnte auch Thermostat sein.

Nicht nur anzeigen, was ist, sondern fragen: Was kann ich einstellen? Wo kann ich Wärme hineinbringen? Wo braucht es Schutz, Klarheit, Nähe, Gebet oder Mut?

Licht verändert den Raum

Und hier wird es geistlich. Jesus hat uns nicht berufen, nur die Dunkelheit präzise zu beschreiben.

„Ihr seid das Licht der Welt.“
Matthäus 5,14

Licht analysiert die Finsternis nicht nur. Licht verändert den Raum. Wie genial ist das bitte?

Jesus sagt nicht: „Ihr seid die Weltretter.“ Das ist zum Glück seine Aufgabe. Aber er sagt: „Ihr seid Licht.“ Menschen, durch die Gottes Hoffnung sichtbar wird.

Menschen, die nicht nur die Temperatur der Weltlage ablesen, sondern mit Gottes Geist im Herzen fragen: Wo kann durch mich ein bisschen mehr Himmel in diesen Raum kommen?

Wo kannst du heute Wärme mitbringen?

Vielleicht ist das heute dein Auftrag: nicht nur Probleme wahrnehmen, sondern Hoffnung hineinbringen. Einem Menschen zuhören. Im eigenen Umfeld wach und liebevoll hinschauen. Und dort, wo es heiß, kalt oder schwer wird, nicht wegscrollen, sondern Wärme mitbringen.

Also, wie wär’s?

Seien wir heute nicht nur ein Thermometer. Seien wir ein Thermostat. Nicht nur die Kälte messen, sondern Wärme mitbringen.

Mit dem Mut, die Atmosphäre zu verändern, deine

PS: Wie wär’s, wenn wir heute Dinge ermöglichen könnten, die einen Unterschied machen? Zum Beispiel einem Kind in der Ukraine einen Sommerurlaub im Ferienlager zu ermöglichen? Hier kannst du dafür spenden: Sommerlager 2026

29. Mai 2026

Angriff auf unser Vertrauen!!!

Wenn Angst erst einmal das Steuer übernimmt, verändert sie alles.

Nie werde ich den kurzen Videoclip vergessen, den mein Sohn uns im Urlaub von zu Hause geschickt hat. Darin stand sein Auto wie immer vor unserem Haus. Alles wirkte ganz normal.

Und dann ging plötzlich alles rasend schnell: Von links oben schoss eine Rakete ins Bild, schlug mit voller Wucht in das Auto ein, und im nächsten Moment stand alles in Flammen. Ich erschrak zutiefst. 😳

Erst nach ein paar Sekunden verstanden wir: Das war gar nicht echt, sondern ein Computereffekt, ein Fake. Zuerst waren wir sprachlos, dann mussten wir lachen. Das war vor ein paar Jahren.

Inzwischen gibt es Fälschungen, die uns das Lachen gründlich vertreiben.

Wir leben in einer Zeit, in der Bilder lügen, Stimmen täuschen und Meldungen gezielt Panik auslösen. Wir sehen Kriegsszenen, die nie stattgefunden haben. Wir lesen Nachrichten, die nie von diesem Absender geschrieben wurden.

Wir werden emotional von Fotos berührt, auf denen Menschen zu sehen sind, die gar nicht existieren. Und wir regen uns über hasserfüllte Kommentare auf, die von künstlich erzeugten Profilen stammen, mit nur einem Ziel: Angst zu verbreiten. Dazu dann auch Misstrauen zu säen.

Wenn ein Fake plötzlich echt wirkt

Neulich wurde in sozialen Medien ein Teenagermädchen als vermisst gemeldet. Viele teilten den Beitrag sofort. Sie bangten mit. Sie wollten helfen. Später stellte sich heraus: Es gab dieses Mädchen gar nicht. Es gab weder ein echtes Foto noch eine echte Geschichte. Nur ein perfekt platzierter Fake.

Was macht das mit uns?

Es greift etwas an, das wir zum Leben dringend brauchen: Unser Vertrauen. Vertrauen in Informationen, Vertrauen in andere Menschen und am Ende vielleicht sogar Vertrauen in Gott.

„Ist das nicht ein bisschen zu dramatisch ausgedrückt?“, magst du jetzt vielleicht denken.

Nein. Denn wenn Angst erst einmal das Steuer übernimmt, verändert sie alles. Sie raubt uns den klaren Blick, vergiftet unsere Gedanken, treibt uns in Misstrauen und lähmt genau dort, wo wir mutig, nüchtern und glaubensvoll handeln sollten.

Angst wirkt wie ein Brandbeschleuniger 🔥

Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Gefahren schnell wahrzunehmen. Deshalb speichern wir Negatives oft tiefer ab als Gutes. Genau dort setzt Angst an. Sie wirkt wie ein Brandbeschleuniger.

Die schlechten Nachrichten sind vielleicht schon da — aber Angst gießt noch einmal Öl ins Feuer. Plötzlich wird aus Sorge Panik und aus Vorsicht wird Rückzug. Aus innerer Unruhe wird Lähmung.

Und ja, ich glaube, dass der Feind genau daran interessiert ist. Er will nicht nur, dass wir erschrecken. Er will, dass wir das Vertrauen verlieren.

Genau hier spricht Jesus mitten hinein: „Ich bin die Wahrheit“
Johannes 14,6

Was für ein Satz. Jesus sagt nicht: Ich kenne die Wahrheit. Er sagt auch nicht: Ich erkläre euch mal ein paar Wahrheiten. Er sagt: Ich bin sie.

Und da gibt es ja noch den Geist der Wahrheit

Das heißt: Wahrheit ist für uns nicht zuerst ein Konzept, Wahrheit ist eine Person. Und diese Person ist nicht fern, nicht kühl und nicht verwirrend. Sie ist nah. Sie ist klar. Sie ist vertrauenswürdig. 🕊️

Jesus hat uns außerdem den Heiligen Geist gegeben. Den Geist der Wahrheit (Johannes 14,17). Wir dürfen ihn schlicht bitten:

„Heiliger Geist, leite mich heute. Schütze mein Denken. Zeige mir, was wahr ist. Und warne mich, wenn Täuschung in mein Herz eindringen will.“

Ich glaube, dieses Gebet verändert etwas. Der Heilige Geist schärft unser inneres Gespür. Er bringt Frieden und Klarheit.

Darum: Sei wachsam und klug. Prüfe, was du hörst und liest. Lass dir dein Vertrauen nicht rauben. Und wenn du Wahrheit erkennst, dann hab den Mut, ihr wieder neu zu glauben.

Mit unerschütterlichem Vertrauen, deine

PS: PS: Wie wär’s, wenn wir heute Dinge ermöglichen könnten, die einen Unterschied machen? Zum Beispiel einem Kind in der Ukraine einen Sommerurlaub im Ferienlager zu ermöglichen? Hier kannst du dafür spenden: Sommerlager 2026

22. Mai 2026

Die außergewöhnlichste Hochzeit, von der ich je hörte

Nicht einmal Gefängnismauern sind für Gott ein Hindernis.

Hach … Liebesgeschichten. Sorry, liebe Männer, wenn ihr innerlich schon abschaltet. Aber ich bin sicher: Diese Geschichte berührt uns alle! ❤️

Andreas fiel unter den anderen Männern auf. Seine Ausstrahlung war anders, seine Gesichtszüge weicher, und trotz der schweren Umgebung wirkte er irgendwie ruhig und gesammelt.

Er saß in der Justizvollzugsanstalt Kassel II, wo mein Mann Kevin seit 15 Jahren ehrenamtlich Seelsorge leistete. Dort begegnet er vielen Männern, die schwerste Geschichten mitbringen und oft für viele Jahre bleiben.

Schon die ersten Gespräche zeigten, dass Andreas Christ war, und doch fragte ich mich unwillkürlich, wie ein Mensch wie er hierherkam.

Kevin würde so etwas nie fragen. Eines der ersten Prinzipien in der Gefängnisseelsorge lautet: Frage nicht nach der Tat. Baue Vertrauen auf und kümmere dich um den Menschen, für den Jesus auch ans Kreuz gegangen ist.

Zwischen den beiden entstand schnell eine vertrauensvolle Verbindung. Und irgendwann begann Andreas seine Geschichte zu erzählen:

Gott wirkte übernatürlich

„Ich hatte Dinge verloren, Menschen verloren, Kontrolle verloren. Ich hatte komplett versagt. Ich wusste, dass ich an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen war.

In diesem Moment passierte etwas, das ich bis heute nicht erklären kann: In meiner Gefängniszelle fiel eine Bibel aus dem Regal. Einfach so. Ich hatte sie nicht berührt. Von mehreren Büchern fiel genau dieses eine.

Als ich sie aufhob, war sie aufgeschlagen, und mein Blick fiel direkt auf einen Satz. Ich weiß nicht mehr, wie er genau lautete. Aber bei mir kam an: Du bist nicht allein.

Dieser Moment ließ mich nicht mehr los. Zum ersten Mal fragte ich ernsthaft: Gibt es dich wirklich, Gott? Und wenn ja – wer bist du?

Ich begann zu suchen. Ich ging zur Seelsorge, begegnete Kevin und den anderen Ehrenamtlichen, stellte Fragen und hörte zu. Vieles war neu. Manches machte Sinn, anderes nicht. Aber ich merkte: Ich kann nicht zurück in mein altes Leben. Ich wollte wissen, ob das alles echt ist.

Die beste und die zweitbeste Entscheidung meines Lebens

Ich hatte Zugriff auf ein Handy und suchte nach einer christlichen Gefangenenhilfe. Dort schrieb ich ungefähr fünfzig Menschen an. Die meisten antworteten nicht. Zwei konnten mir nicht helfen. Dann schrieb ich Jessica.

Wir sprachen über Glauben, Schuld und Hoffnung. Wir klärten beide klar ab, dass wir keine Beziehung eingehen wollen, sondern dass es hier um Fragen des christlichen Glaubens ging.

Jessicas Glaube war echt. Ich stellte viele Fragen, und irgendwann ging es nicht mehr nur ums Verstehen. Ich traf eine Entscheidung und gab mein Leben Jesus.

Von da an veränderte sich etwas in mir. Die Last, die ich so lange getragen hatte, war plötzlich weg. Ich wusste, Gott hat mir vergeben. Mein Herz wurde weicher. Wo vorher Gleichgültigkeit war, wuchs Liebe.

Dazu waren inzwischen auch Gefühle füreinander gewachsen. Und zwar durch Videogespräche, Briefe und Vertrauen. Wir fragten Gott nach seinem Willen und spürten einen Frieden Gottes über uns.

Dann begegneten wir uns zum ersten Mal im Besucherraum und waren bis über beide Ohren verliebt. Nach einem Jahr, 400 Briefen und unzähligen Videogesprächen wollten wir beide den nächsten Schritt gehen.

Die Liebe hat alle Grenzen überwunden

An unserem Hochzeitstag am 11. April 2025 war für Gefängnisverhältnisse alles wunderschön. Unsere Familien waren da. Jessicas Pastor hat uns getraut.

Es gab Musik, eine Hochzeitstorte, die ich selbst gemacht habe, Pizza, Gespräche, Lachen und sogar einen kurzen Hochzeitstanz.

In dem Moment gab es keine Grenzen mehr, denn die Liebe hatte sie überwunden.“

Was für eine Geschichte.

Sie zeigt: Gott schreibt Lebenswege, die kein Mensch planen könnte. Er findet Menschen nicht erst dann, wenn alles wieder ordentlich aussieht, sondern mitten im Scherbenhaufen.

Er geht in Zellen, in Schuld, in Einsamkeit und an die tiefsten Punkte eines Lebens. Und genau dort beginnt er, Neues wachsen zu lassen.

Wo wir nur Mauern sehen, sieht Gott immer noch einen Weg.

Wo wir ein Ende vermuten, schreibt er manchmal erst den Anfang. Und wo Menschen von ihrer Vergangenheit festgelegt werden, spricht er von Vergebung, Zukunft und Hoffnung.

Vielleicht ist das das Schönste an dieser Geschichte: Nicht einmal Gefängnismauern sind für Gott ein Hindernis.

Seine Wege sind oft viel größer, überraschender und schöner, als wir es uns je vorstellen könnten. Jessica und Andreas können dies bezeugen.

Verbunden in Gottes Liebe, deine

PS: PS: Sorry, ist diesmal etwas länger geworden. Aber das musste mal sein. Kennst du jemanden, der Hoffnung braucht? Dann teile diese Geschichte.

15. Mai 2026

Neuer Mut in zwei Minuten

Vielleicht sind es genau die zwei Minuten, in denen Gott deinem Herzen neuen Mut zuspricht.

Wenn du diesen Text zu Ende gelesen hast, sind nur zwei Minuten vergangen. Vielleicht sind es genau die zwei Minuten, in denen Gott deinem Herzen neuen Mut zuspricht.

Stell dir vor, du hältst eine Tasse Kaffee in der Hand. Plötzlich rempelt dich jemand an und du verschüttest den Kaffee. Warum? Die schnelle Antwort wäre: Weil mich jemand angerempelt hat. Aber ganz ehrlich: Das stimmt nur zum Teil. Du hast den Kaffee verschüttet, weil Kaffee in deiner Tasse war. Wäre Tee darin gewesen, hättest du Tee verschüttet.

Was auch immer in deiner Tasse ist, wird herausgeschwappt, wenn das Leben dich durchrüttelt. Und genau das tut es ja. Mal sanft, mal brutal, mal völlig ohne Vorwarnung. Solange alles ruhig läuft, wirken wir oft gelassen, freundlich und souverän. Aber wenn das Leben uns ins Wanken bringt, zeigt sich, womit wir innerlich wirklich gefüllt sind.

Die eigentliche Frage lautet also nicht: Wer hat mich angerempelt? Sondern: Was ist in meiner Tasse?

(Autor unbekannt)

Ist das nicht entlarvend und gleichzeitig unglaublich hilfreich?

Willkommen auf dem kleinen Berg

Denn genau hier wird es ehrlich. Was kommt aus dir heraus, wenn du unter Druck gerätst? Frieden oder Panik? Dankbarkeit oder Bitterkeit? Vertrauen oder Resignation?

Psalm 42 ist einer dieser Texte, die nichts beschönigen. Der Psalmist sagt nicht, dass alles halb so wild sei. Er sagt: Ich bin mutlos. Rings um mich tobt das Wasser, Wellen und Wogen gehen über mich hinweg.

Vielleicht kennst du solche Tage, an denen du dich klein, überrollt und innerlich müde fühlst. In Psalm 42 ist vom Berg Misar die Rede. Sein Name bedeutet: der kleine, unbedeutende Berg.

Und ganz ehrlich, ist das nicht manchmal eine ziemlich genaue Beschreibung unseres Herzenszustands? Wir fühlen uns nicht stark und getragen, sondern klein, unscheinbar und verloren, während rings um uns die Wellen toben.

Raus aus dem Kopfkino, rein in Gottes Wahrheit

Und doch bleibt der Psalmist dort nicht stehen. In Psalm 43 bittet er: Sende mir dein Licht und deine Wahrheit.

Nicht einfach ein besseres Gefühl. Nicht eine fromme Beruhigung. Licht und Wahrheit. Wie stark ist das denn?

Gottes Licht deckt auf, was wirklich ist. Und seine Wahrheit vertreibt das, was sich nur laut anfühlt, aber nicht wahr ist. Sie führen uns in seine Gegenwart, und dort wird aus innerer Enge wieder Weite.

Vielleicht ist genau das heute dein nächster Schritt: nicht stärker wirken, sondern ehrlicher werden.

Gott fragen, was eigentlich in deiner Tasse ist. Und ihn bitten, dich neu zu füllen. Mit Frieden statt Panik. Mit Wahrheit statt Kopfkino. Mit Hoffnung statt innerem Rückzug.

Denn auch wenn die Wellen hochgehen, musst du nicht untergehen.

Gottes Wahrheit gibt dir Halt und seine Gegenwart bringt dich sicher hindurch.

Mit einem kleinen Schubs Mut fürs Wochenende, deine

PS: PS: Wenn Gott Hoffnung wachsen lässt, beginnt sie manchmal ganz klein. Zum Beispiel mit einem Mangobaum. Unsere aktuelle Mai-Aktion „Hilfe, die Wurzeln schlägt“ unterstützt Familien in Kenia und Sambia mit nachhaltiger Nahrung und Einkommen. Mehr dazu hier.

8. Mai 2026

Wenn Tanken aufs Gemüt schlägt

Der Betrag auf dem Display steigt schneller als die Laune.

Spritpreise sind so ein seltsames Thema. Eigentlich banal. Und gleichzeitig so nah am Alltag. Genau darin steckt die Chance: Jeder kennt dieses Gefühl an der Zapfsäule.

Der Betrag auf dem Display steigt schneller als die Laune. Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Benzin, sondern um Sorgen, Enge, Zukunftsangst und die Frage: Wer bestimmt eigentlich meinen inneren Zustand?

Tank voll, Nerven leer ⛽

Du willst einfach nur tanken und fährst mit leererem Konto und irgendwie auch leererem Gemüt wieder weg. Nicht, weil ein voller Tank dein Leben ruiniert hätte, sondern weil solche Momente etwas sichtbar machen.

Sie stupsen an, was ohnehin schon in uns arbeitet: die Sorge, dass es immer enger wird. Die Angst, dass am Ende etwas nicht reicht. Das Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben.

Und genau da wird es geistlich.

Denn unser Herz hängt erstaunlich schnell an Zahlen. An Preisen. An Kontoständen. An dem, was machbar scheint. Und wenn davon etwas ins Wanken gerät, wackelt oft mehr mit als nur das Haushaltsbudget.

Dann geraten innere Ruhe, Dankbarkeit und Vertrauen gleich mit ins Schleudern.

Wenn Sorgen heimlich mitfahren

Jesus fordert uns nicht auf, die Realität zu verdrängen. Aber er lädt uns ein, uns nicht von Sorgen regieren zu lassen. Nicht, weil Rechnungen unwichtig wären, sondern weil Sorgen noch nie einen Tank gefüllt und noch nie ein Herz getragen haben.

Vielleicht ist die Zapfsäule gerade deshalb ein unerwartet ehrlicher Ort. Sie zeigt nicht nur, was Kraftstoff kostet. Sie zeigt manchmal auch, was uns innerlich die Kraft raubt.

Und genau dort will Gott uns begegnen. Nicht erst dann, wenn alles wieder billiger wird. Nicht erst dann, wenn wir endlich aufatmen können – mitten im Rechnen, mitten in der Frage:

Wie soll das alles werden?

Gott rechnet anders

Vielleicht wird der Sprit morgen nicht günstiger. Aber dein Herz muss trotzdem nicht schwerer werden. Deine Versorgung beginnt nicht an der Kasse, sondern bei Gott.

Deine Hoffnung hängt nicht am Tagespreis. Und dein innerer Friede muss nicht mit jeder Zahl auf dem Display steigen oder fallen.

Du tankst vielleicht nicht billiger. Aber mit Gott kannst du gelassener weiterfahren.

Liebe Grüße, mit wohltuender Gelassenheit von der Zapfsäule, deine

1. Mai 2026

Ich erkläre den 1. Mai zum Tag der Freude

Heute ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Ehrlich jetzt?

Heute ist der 1. Mai, der Tag der Arbeit. Ehrlich jetzt? Ich konnte mit diesem Begriff noch nie besonders viel anfangen. Warum soll ich Arbeit feiern? Und was genau eigentlich?

Wenn ich an den 1. Mai denke, tauchen bei mir zwei völlig unterschiedliche Bilder auf. Auf der einen Seite: vermummte Gestalten, fliegende Flaschen, Straßenschlachten in Hamburg oder Berlin, Polizisten, die vermutlich lieber überall sonst wären als genau dort.

Auf der anderen Seite: grüne Wiesen im Sonnenschein, Heidi lässt grüßen, Würstchen auf dem Grill, Kinderlachen, der Duft von Frühling, ein Tag zum Aufatmen. 🌿

Es ist derselbe Tag. Dieselbe Sonne. Und doch könnte der Unterschied kaum größer sein.

Mach es wie die Sonne ☀️

Vielleicht liegt genau darin etwas sehr Wahres über uns Menschen. Ein Tag ist nie nur ein Datum. Er wird zu dem, was wir in ihn hineintragen. Mit welcher Haltung wir aufstehen. Mit wem wir ihn verbringen. Was wir nähren: Freude oder Wut. Frieden oder inneren Lärm. Dankbarkeit oder den dunklen Sog, der uns nach unten zieht.

Darum möchte ich den 1. Mai heute neu feiern. Nicht als Tag der Arbeit. Sondern als Tag der Freude.

Denn der Mai ist der Wonnemonat. Schon dieses alte Wort klingt, als würde irgendwo ein Fenster aufgehen. Und sofort muss ich an Psalm 19 denken: Die Sonne geht hervor „wie ein Bräutigam aus seiner Kammer“ und freut sich „wie ein Held, zu laufen die Bahn“.

Was für ein Bild. Da kommt keiner müde aus dem Bett geschlurft. Da kommt einer strahlend, erwartungsvoll, kraftvoll. Die Sonne zieht nicht widerwillig ihre Kreise. Sie läuft ihre Bahn mit Treue, mit Klarheit, mit einer stillen, unaufhaltsamen Freude. Und ohne ein Wort zu sagen, erzählt sie jeden Morgen:

Gott ist da. Gott ist zuverlässig. Gott bringt Licht.

Gebet am offenen Fenster

Vielleicht brauchen wir genau das am frühen Morgen: nicht zuerst die Nachrichten, nicht zuerst die Sorgen, nicht sofort das Gedankenkreisen. Sondern einen anderen Anfang.

Einen Satz wie: Es werde Licht.

Ich habe gelernt: Meine Tage werden anders, wenn ich sie mit Gott beginne. Vielleicht ist das heute mein kleiner Protest gegen alles Dunkle: Ich erkläre den 1. Mai hiermit zum Tag der Freude.

Und vielleicht fängt Freude viel kleiner an, als wir denken: mit einem Gebet am offenen Fenster, mit Sonne im Gesicht, mit einem dankbaren Herzen, das sagt:

Herr, dieser Tag gehört dir. Und ich auch.

Liebe Grüße, mit unaufhaltsamer Freude, deine

PS: Meine letzten 3 Freudenmomente? 1. Die super gelungene LOGOS-Jubiläumsfeier 2. Als mein Sohn letzten Sonntag zum ersten Mal im Gottesdienst gepredigt hat 3. Die Nachricht in dieser Woche, dass der Tumor meines Schwiegervaters um einen weiteren Zentimeter geschrumpft ist und Hospiz nun kein Thema mehr ist. Und deine Freudenmomente? Lass mal hören.

24. April 2026

Das begehrteste Ticket der Welt

Und warum es doch nicht das wichtigste ist.

Als die Kapsel der Artemis-II-Crew mit irrem Tempo auf die Erde zuraste, wurde selbst den coolsten Raumfahrtfans kurz anders. Minutenlang Funkstille. Außen Temperaturen von bis zu 2.760 Grad. Innen vier Menschen, die darauf vertrauen mussten, dass Hitzeschild, Technik und Fallschirme genau das tun, wofür sie gebaut wurden. Erst nach der Wasserlandung im Pazifik kam das Aufatmen: die Crew lebt. Willkommen zurück auf Planet Erde. 🌍

Und genau deshalb bewegt uns diese Rückkehr so sehr. Nicht nur, weil vier Menschen um den Mond geflogen sind. Sondern weil in solchen Momenten etwas in uns mitschwingt: unsere uralte Sehnsucht, höher hinauszukommen, weiter zu sehen und irgendwie über uns selbst hinauszugelangen.

Artemis II war die erste bemannte Mondmission seit 1972. NASA nennt als Gründe für die Rückkehr zum Mond wissenschaftliche Erkenntnis, wirtschaftlichen Nutzen und Inspiration für eine neue Generation. Das ist beeindruckend und keineswegs kleinzureden.

Die menschliche Sehnsucht nach Ewigkeit

Ich verstehe diese Faszination gut. Wer würde nicht gern einmal die Erde von oben sehen? Wer würde nicht gern zu den wenigen gehören, die sich in eine Rakete schnallen, das Zittern beim Start aushalten und später sagen können: Ich war da oben? Für viele Menschen wäre so ein Ticket kostbarer als jeder Lottogewinn.

Aber vielleicht verrät uns diese Begeisterung noch etwas Tieferes.

Vielleicht lieben wir solche Geschichten nicht nur, weil Raketen spektakulär sind. Vielleicht lieben wir sie, weil in uns eine Sehnsucht lebt, die größer ist als der Alltag zwischen Einkaufszettel, Terminkalender und Wäschekorb. Vielleicht spüren wir in solchen Momenten: Der Mensch ist auf mehr angelegt. Auf Weite und Staunen. Auf etwas, das über ihn selbst hinausgeht.

Die Bibel bringt es erstaunlich klar auf den Punkt. In Prediger 3,11 heißt es, dass Gott dem Menschen „die Ewigkeit ins Herz gelegt“ hat. In einer anderen Übersetzung steht, dass er uns den Wunsch gegeben hat, nach dem zu fragen, was ewig ist. Das bedeutet: Diese Sehnsucht ist kein Zufall. Sie wurde uns von Gott selbst ins Herz gelegt.

Wir wollen wissen, wo wir hingehören

Darum rührt uns wahrscheinlich auch jeder Aufbruch nach oben. Nicht nur der zum Mond. Wir wollen mehr als funktionieren, konsumieren und halbwegs ordentlich durchs Leben kommen. Wir wollen wissen, wo wir hingehören. Wir wollen wissen, ob es ein Ziel gibt, das größer ist als Karriere, Besitz und die nächste Reise.

Und genau hier kommt die eigentliche Frage:

Was nützt mir das seltenste Ticket der Welt, wenn mein Herz trotzdem heimatlos bleibt?

Versteht mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Raumfahrt. Wer so eine Rakete bauen kann, darf dafür gern Applaus bekommen. Aber selbst ein Flug um den Mond beantwortet noch nicht die tiefste Sehnsucht des Menschen. Kein Raumanzug kann Schuld ausziehen. Keine Kapsel kann Einsamkeit heilen. Kein Startfenster kann uns mit Gott versöhnen.

Das kann nur Jesus.

Er hat uns durch seinen Tod und seine Auferstehung den Weg zum Vater geöffnet. Wenn man es in der Sprache dieses Blogs sagen will: Das wirklich entscheidende Ticket ist nicht das ins All, sondern das in die Ewigkeit. ✨

Deine Sehnsucht nach mehr ist kein Zeichen von Undankbarkeit, sondern ein Hinweis auf deine Bestimmung.

Vielleicht nimmst du genau das mit in dieses Wochenende: Deine Sehnsucht nach mehr ist kein Zeichen von Undankbarkeit, sondern ein Hinweis auf deine Bestimmung. Sie will dich nicht einfach höher hinausziehen, sondern tiefer zu Gott führen.

Mit himmlisch-herzlichen Wochenendgrüßen,

Deine Claudia

17. April 2026

Das Gras beim Nachbarn ist immer grüner

Im wahrsten Sinne des Wortes.

Und nein, das ist in unserem Fall keine Redewendung. Es ist eine kleine Frühlingskrise mit echtem Rasen, echten Gefühlen und leider auch sehr echten braunen Löchern.

Im Spätherbst haben unser Nachbar und wir ungefähr zur gleichen Zeit zum ersten Mal Rasen ausgesät. Es war ein kleines gemeinsames Hoffnungsprojekt in Grün. Und tatsächlich ging alles wunderbar auf. Zart, frisch, vielversprechend. Ich sah uns innerlich schon barfuß mit Kaffee in der Hand über unseren satten Traumrasen laufen.

Dann kam der Winter.

Und er kam nicht kurz, romantisch und dekorativ, sondern lang, kalt und mit einer dicken, hartnäckigen Schneedecke, die wochenlang auf unserem schönen Grün lag. Nett anzusehen, ja. Aber irgendwann reicht es auch mit Winteridylle. Wir alle warteten sehnsüchtig auf den Frühling, auf blühende Bäume, wärmende Sonnenstrahlen und das offizielle Ende der dicken Socken als Dauerzustand.

Dann begann endlich das große Schmelzen. Unsere Vorfreude hielt genau bis zu dem Moment, in dem wir unseren Rasen sahen. Ich sage es mal so: Er sah mitgenommen aus. Überall braune Stellen, Löcher und vertrocknete Halme. Von sattem Grün keine Spur. Es war eher ein botanischer Hilferuf. Und dann kam natürlich das, was kommen musste.

Der Blick zum Nachbarn

Wie bitte kann es sein, dass unser Rasen aussieht, als hätte er innerlich aufgegeben, während der des Nachbarn saftig grün, dicht und geradezu unverschämt gesund leuchtet?

In solchen Momenten merkt man schnell: Es geht plötzlich gar nicht mehr um Gras.

Es geht um dieses uralte Gefühl, das wir wahrscheinlich alle kennen. Warum sieht es bei anderen oft besser aus als bei uns? Warum wirkt ihr Leben leichter, geordneter, fruchtbarer? Warum scheint dort alles zu wachsen, während bei uns gerade braune Löcher den Ton angeben?

Vielleicht kennst du das auch. Du schaust auf andere und denkst, bei ihnen läuft es. Die Familie wirkt harmonischer. Der Dienst gesegneter. Das Herz fröhlicher. Die Entscheidungen klarer. Und du selbst stehst daneben und fragst dich, warum dein eigenes Stück Land gerade so unerquicklich aussieht.

Das Problem ist nur: Vergleich ist ein schlechter Blickwinkel.

Denn wir sehen immer nur die Oberfläche. Wir sehen das Grün. Aber wir kennen nicht die Wurzeln, nicht die Kämpfe der anderen, nicht die stillen Prozesse und Tränen. Und genau da beginnt die Täuschung.

Braune Löcher und ein Aha-Moment

Vielleicht ist der Rasen des Nachbarn wirklich grüner. Aber was sagt das schon?

Gott hat uns nicht berufen, fremde Felder zu bewerten. Er hat uns das anvertraut, was direkt vor uns liegt. Unser Leben in unserem Tempo. Und er arbeitet nicht nach dem Prinzip Sichtbarkeit, sondern nach dem Prinzip Tiefe.

Das war mein Aha-Moment.

Braune Stellen bedeuten nicht automatisch, dass nichts mehr lebt. Von oben sieht etwas vielleicht ramponiert aus, während unten längst neue Kraft gesammelt wird. Gott erschrickt nicht über das, was unfertig, angegriffen oder enttäuschend wirkt. Er sieht mehr als wir. Und er kann erneuern, was wir schon abgeschrieben haben.

Vielleicht schaust du gerade auf einen Bereich in deinem Leben, der alles andere als grün aussieht. Dann richte deinen Blick nicht dauernd auf das, was bei anderen glänzt. Schau auf den, der Wachstum schenkt.

Nicht der schönste Rasen gewinnt. Sondern das Herz, das Gott, dem Gärtner unseres Lebens vertraut.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende,

Deine den Frühling liebende Claudia

PS: Kleiner Nachtrag zu meinem letzten Blog: Eine aufmerksame Leserin hat entdeckt, dass ich mich beim Ätna geirrt habe. Er ist nicht erst 36 Jahre nach meinem Besuch wieder ausgebrochen, sondern mehrfach schon vorher. Danke fürs Mitdenken und ja, ich habe mich offenbar „verrecherchiert“. 😄 PPS: Unser Countdown läuft: Nur noch 8 Tage bis zu unserer 15-jährigen Jubiläumsfeier von LOGOS! Und es gibt noch ein besonderes Highlight: Um 14 Uhr tritt eine Trommlergruppe auf. Sei dabei — wir würden uns freuen!

10. April 2026

Der Ring vom Ätna 💍🌋

Erinnerst du dich noch daran, wann du zum ersten Mal in deinem Leben einen Ring bekamst? Ich war 12 und im Italienurlaub. Wir besichtigten den Vulkan Ätna auf der Insel Sizilien. Ich war fasziniert von dem schwarzen Lavagestein, das in der Sonne so schön glitzerte. Mädchen lieben alles, was glitzert. Damals wusste ich noch nicht, dass ich einmal einen Mann heiraten würde, der den Nachnamen Black, also Schwarz, trug.

Am Souvenirstand kaufte mein Vater mir diesen wunderschönen Ring mit schwarzem Lavagestein. Wir schauten uns auch einen Film an und ich konnte kaum fassen, dass dieser „harmlose Berg“ Feuer spucken konnte. Erst 36 Jahre später brach der Vulkan wieder aus. Die Szenen, wie die dickflüssige Lavaschlacke sich ihre Bahn hinab in das Tal ausbreitete, fesselten mich besonders. Auf der einen Seite packend, auf der anderen Seite furchteinflößend.

Zerstörte sie doch erbarmungslos alles Leben, was sich ihr in den Weg stellte, und zwar bei 1.000 Grad Hitze. Irgendwann bleibt sie reglos stehen und verglüht. „Das war’s“, denkt man. Leben zerstört. So wie die Jünger Jesu und die Menschen rund um das Kreuz standen, als Jesus seinen letzten Atem aushauchte.

Das Ende? Nein, im Gegenteil.

Lava ist zuerst nur glühende Zerstörung. Zu heiß für Leben, zu hart für Wurzeln. Doch mit der Zeit verändert sich alles: Der Stein wird brüchig, Regen und Wind machen kleine Krümel daraus, erste Mikroben, Algen und Flechten siedeln sich an. Später wachsen Moose und Gräser. Aus abgestorbenen Pflanzen entsteht Humus, dunkle lebendige Erde. Und aus dem Vulkangestein werden nach und nach wertvolle Mineralien und Nährstoffe freigesetzt.

So wird aus einer Masse, die erst Tod brachte, fruchtbarer Boden. Neues Leben entsteht. 🌱

Bei Jesus dauerte es nicht so lange, bis neues Leben sichtbar wurde. Die Bibel sagt: Er ist am dritten Tag auferstanden (Lukas 24,7; 1. Korinther 15,4). Und es gibt Bibelstellen, die viele Christen so verstehen, dass Jesus in der Zeit zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung sogar in die Tiefe ging und dort wirkte (1. Petrus 3,18–20; Epheser 4,8–10; Apostelgeschichte 2,27.31).

Für mich ist das ein starkes Bild: Wo für uns alles nach Ende aussieht, schafft Gott schon neues Leben.

Gott ist auch im Dunkeln am Werk ✨

Vielleicht ist genau das dein Aha für heute: Nicht alles, was in deinem Leben gerade schwarz aussieht, ist verloren. Manches ist nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas, das erst noch reifen muss.

Vielleicht fühlt sich dein Alltag im Moment eher nach Lavagestein als nach blühendem Garten an: hart, dunkel, schwer. Aber Gott scheut auch das Schwarze nicht. Im Gegenteil, er macht gerade daraus fruchtbaren Boden.

Vielleicht darfst du ihn heute ganz praktisch fragen: Wo willst du in meinem „Black“ schon neues Leben wachsen lassen? Und vielleicht nimmst du dir einen kleinen Gegenstand als Erinnerung — einen Ring, einen Stein, einen Bibelvers auf einem Zettel — und sagst dir jedes Mal, wenn du ihn siehst: Gott ist auch im Dunkeln am Werk.

Einen Freitag voller neuem Leben wünscht dir, deine

3. April 2026

Nicht die Nägel hielten ihn. Sondern die Liebe.

Manchmal entscheidet eine Tür über Leben und Tod. Das klingt dramatisch, ist aber oft erschreckend schlicht. Eine Tür geht auf oder sie geht nicht auf, und plötzlich wird aus einem Raum ein Ort, aus dem man nicht mehr herauskommt.

Viele haben von dem Feuer am 1. Januar 2026 in einer Bar in Crans Montana gehört. Menschen wollten heraus, weil sich Feuer ausbreitete. Die Luft wurde in Sekunden giftig. In solchen Momenten läuft niemand gemütlich zur Garderobe, sondern jeder sucht den nächsten Weg nach draußen. Dabei soll eine Tür, die als Fluchtweg hätte dienen können, verschlossen gewesen sein. Der Gedanke trifft hart: Wenn der Notausgang zu ist, wird aus Angst ein Kampf ums Überleben.

Und dann denke ich daran, wie oft sich Leben auch ohne Feuer so anfühlen kann. Du stehst morgens auf, du machst weiter, du lächelst vielleicht sogar, aber innerlich ringst du seit Wochen nach Luft. Du willst raus aus der Angst, raus aus der Ohnmacht, raus aus dem Druck, der dich nachts nicht schlafen lässt. Du würdest so gern einen Ausgang sehen, aber alles wirkt wie zugestellt.

Als Gott hätte Jesus mit dem Finger schnipsen können ...

Karfreitag führt uns in genauso eine Enge. Jesus trägt sein Kreuz. Menschen treiben ihn weiter. Schmerzen reißen an ihm. Und die Frage steht im Raum, auch wenn sie niemand laut ausspricht: Gibt es hier überhaupt noch einen Ausweg?

Und jetzt kommt der Perspektivwechsel, der mich jedes Jahr neu packt, weil er nicht in Osterstimmung schöngefärbt, sondern knallhart ist: Bei Jesus war der Notausgang nicht verschlossen. Er war offen.

Jesus hing nicht am Kreuz, weil er keine Wahl hatte. Er hätte jederzeit aussteigen können. Er hätte das Leid beenden können. Und doch hat er sich nicht für den leichteren Weg entschieden. Im Garten Gethsemane rang er mit dem, was vor ihm lag, und betete: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“

Aber er hat an uns gedacht

Er hätte sagen können: „Tschüss, das war’s“, denn er war vollkommen Gott (und Mensch zugleich). Als Gott hätte er mit dem Finger schnipsen können, und eine Legion von Engeln hätte ihm gedient, ihn befreit aus dieser schrecklichen Lage. Dann aber hätten wir weder heute noch irgendwann Karfreitag erleben können. Dann wäre der Tod und das Böse nie besiegt worden. Karfreitag ist für mich:

„Er bleibt“. Aus Liebe zu uns. Er hat an uns gedacht. Er hat uns über sein eigenes Leid gestellt.

Nicht die Nägel hielten ihn am Kreuz fest. Es war seine Liebe zu uns!

Vielleicht ist das heute dein nächster kleiner Schritt: Bring Jesus ehrlich das, was dich gerade bedrängt:

  • die Sorge, die du niemandem richtig erklären kannst
  • die Frage, auf die du keine Antwort findest
  • die Angst, die dir die Luft nimmt

Er hält das aus. Und er bleibt.

Gebet

„Jesus, ich bringe dir meine Enge und meine Angst. Danke, dass du geblieben bist, obwohl du hättest gehen können. Danke, dass du auch mein Dunkel nicht meidest. Halt mich, wenn ich keinen Weg sehe. Sei du mir nah. Amen.“

Heute ist Karfreitag. Ein Tag, an dem ich mich daran erinnern darf: Ich bin im Dunkel nicht allein.

Herzlich,

27. März 2026

Besucher aus dem All

Ein Knall, ein Feuerblitz, und plötzlich ist klar: Wir sind nicht die Regisseure da oben.

Am 8. März 2026 war es wieder so weit: Ein Meteoritenteil ist in Koblenz eingeschlagen und hat ein Hausdach beschädigt. Ein sehr seltenes Phänomen am Himmel. Und wenn so etwas passiert, rutscht einem kurz das Herz in die Hose, weil man merkt: Da draußen ist Bewegung. Da fliegt Zeug herum, das wir nicht steuern oder stoppen können.

Und genau da sprang bei mir eine Erinnerung an. Ich habe selbst einmal gesehen, wie so ein Ding am Himmel auftaucht und dann einfach verschwindet. Ich weiß noch, wie ich zuerst dachte: Ist das ein sehr nahekommendes Flugzeug mit langem Feuerschweif, das gerade abstürzt?

Trümmer fliegen unkontrolliert durchs Sonnensystem

Ich befand mich gerade auf der Autobahn A 44 aus Westen kommend Richtung Kassel in der Nähe der Ausfahrt Diemelstadt. Es war Samstag, der 27. Januar 2024 in leichter Abenddämmerung gegen 17.30 Uhr. Nach einer Weile verpuffte das helle Licht in ein Nichts. Sofort rief ich meinen Mann an, der im Auto vor mir fuhr. Ich fragte ihn, ob er das Phänomen am Himmel auch gerade gesehen habe. Ja. So etwas habe er noch nie gesehen.

Nach ein paar Internetrecherchen wurde unsere Sichtung als helle Feuerkugel bestätigt. Sie war in Österreich, Deutschland, Italien, Kroatien, Tschechien und Slowenien zu sehen. Die Flugbahn, so laut Sternwarte Gahberg, verlief von Osten nach Westen. Und ICH war Augenzeuge. Was ist da los im Weltall über uns?

Asteroiden nennt man Kleinplaneten. Wenn zwei von ihnen zusammenstoßen, entstehen Trümmer und Splitter, die quer durch das Sonnensystem fliegen. Manche geraten in die Nähe der Erde und stürzen auf die Erde. Diese Brocken nennt man Meteorit. Die meisten verglühen vollständig und hinterlassen solch eine Leuchtspur. Verbrannte Steinbrocken können aber auch auf die Erde geraten und Schäden anrichten.

Aus der Bahn geraten

In Sprüche 4, 26 heißt es (The Message): „Schau geradeaus, ignoriere alle Ablenkungen. Achte sorgfältig auf deine Schritte, und dein Weg wird sich glatt (gerade – eben) vor dir ausbreiten.“

Manchmal gerät unser Leben aus der von Gott vorbereiteten Spur. Gott hat einen guten Plan für unser Leben. Eine geordnete Bahn. In Epheser 2, 10 heißt es: „Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen“. Das bedeutet, wir sollen in den vorbereiteten Wegen Gottes gehen. Was können wir daraus lernen?

Wenn du merkst, du bist in deinem Leben an einer Stelle abgedriftet. Wenn du spürst, dein Herz gehört Gott nicht mehr ungeteilt. Dann ist es heute Zeit für eine Kurskorrektur. Und weißt du was: Gott wartet nicht mit verschränkten Armen. Sein Heiliger Geist ist der, der uns liebevoll zurückruft. Der uns neu ausrichtet, wenn wir abweichen. Und eine Kurskorrektur kann ganz schlicht mit einem Gebet anfangen:

„Herr, du siehst meine Wege besser als ich. Danke, dass du mich hältst, auch wenn ich abdrifte. Zeig mir bitte, wo ich vom Kurs abgekommen bin. Vergib mir, wo ich mich habe ziehen lassen von Ablenkungen und Angst. Richte mein Herz neu auf dich aus. Gib mir heute den Mut für den nächsten richtigen Schritt und geh ihn mit mir. Amen.“

Bleib auf Kurs,

13. März 2026

Was bleibt, wenn die Sonne weiterzieht?

18,5 Grad und Sonnenschein. Nach gefühlten Monaten Winter war am vorletzten Samstag plötzlich Frühling. Mein Mann und ich sind extra nach Kassel gefahren, weil es dort meistens ein bisschen wärmer ist als bei uns. Ich hatte nur einen Wunsch: draußen in einem Café sitzen, die Sonne im Gesicht spüren und einfach kurz aufatmen.

Aber natürlich wollten das nicht nur wir. Die Fußgängerzone war voll. Vor zwei Cafés standen die Leute Schlange, und draußen waren alle Plätze belegt. Nur die Plätze ganz vorne lagen in der Sonne, hinten war Schatten. Also warteten wir. Mein Mann vor dem einen Café, ich vor dem anderen.

Nach zwanzig Minuten wollte er mehr als einmal aufgeben und lieber reingehen. Ich nicht. Ich war innerlich schon auf diesem Stuhl angekommen. Ich konnte die Sonne fast schon schmecken, dafür wartete ich lieber geduldig.

Schon mal mit Beten versucht? ☀️

Und mitten in dieses Warten hinein kam mir plötzlich dieser Gedanke, zu beten. Wirklich jetzt? Kümmert sich der Herr aller Herren, der Schöpfer des Universums, der König aller Könige darum, dass ich einen Platz draußen in der Sonne bekomme?

Und gleichzeitig hat genau diese Frage mein Herz entlarvt. Denn wenn ich Gott Vater nenne, dann darf ich auch wie ein Kind zu ihm kommen. Nicht nur mit den großen Sorgen. Auch mit den kleinen Wünschen, die mich einfach froh machen würden.

Also habe ich leise gebetet. Ganz schlicht. Kein großes Drama. Nur ein kurzer Satz Richtung Himmel: „Herr, wenn du willst, schenk uns einen Platz hier draußen in der Sonne.“

Weitere zehn Minuten später war es tatsächlich so weit. Ein Platz in der ersten Reihe. Sonne pur und Latte Macchiato. Ich saß da, hielt mein Gesicht in die Wärme und dachte: So fühlt es sich an, wenn das Leben wieder aufatmet.

Und dann war es nach vielleicht zehn Minuten schon wieder vorbei. Die Sonne verschwand hinter einem riesigen Häuserblock. Der Tisch war noch da, der Kaffee auch, aber das Licht war weg.

Seine Güte bleibt, auch wenn die Umstände kippen

Ich glaube, genau deshalb ist mir an diesem Tag Jakobus 1,17 so tief ins Herz gefallen: „Bei Gott gibt es keinen Wechsel, keinen Schatten, der durch Veränderung entsteht“.

Denn genau das hatte ich ja gerade vor Augen: wie schnell sich Licht verändern kann. Eben noch Sonne im Gesicht. Ein paar Minuten später Schatten.

So ist das Leben manchmal auch. Wir bekommen, worum wir gebetet haben, und kurz darauf kippen die Umstände schon wieder. Eine Tür geht auf und scheint gleich danach wieder zuzufallen. Ein schöner Moment ist da und schneller vorbei, als wir dachten.

Aber Gott ist nicht wie diese Sonne. Er zeigt sich nicht kurz und verschwindet dann wieder hinter dem nächsten Block. Seine Nähe bleibt. Seine Güte bleibt. Auch dann, wenn sich um uns herum alles verändert.

Nicht dem perfekten Moment hinterherlaufen

Vielleicht wartest du gerade auch auf deinen Platz an der Sonne. Vielleicht auf ein gutes Gespräch. Auf eine Lösung. Auf ein bisschen Ruhe. Auf ein Zeichen, dass wieder Hoffnung möglich ist.

Dann möchte ich dich heute ermutigen: Rede mit Gott auch über das Kleine. Über das Konkrete. Über das, was dir im Alltag auf dem Herzen liegt. Er ist davon nicht genervt.

Und wenn die Sonne sich wieder versteckt, dann heißt das nicht, dass Gott weg ist.

Vielleicht beginnt genau da das tiefere Vertrauen: nicht dem perfekten Moment hinterherzulaufen, sondern bei dem zu bleiben, der sich nicht verändert.

Sonnenplatzglücklich, deine

6. März 2026

Wie du Hoffnung behältst, wenn die Welt verrückt spielt

Ich bin ein positiv eingestellter Mensch. Aber Optimist zu sein, heißt nicht, die Realität zu ignorieren, sondern besser mit ihr umzugehen. Und Realität ist nun mal, dass das Kriegsgeschehen im Nahen Osten die Welt ins Wanken bringt. Klingt das ein bisschen übertrieben? Ich denke nicht. Wenn man bedenkt, dass sich die Weltmächte USA und Russland (in der Ukraine) gleichzeitig im Kriegszustand befinden, und dass mindestens zehn Länder in den aktuellen Krieg in Nahost mit einbezogen sind, fehlt auch mir die Unbeschwertheit, mit der ich sonst in den Frühling übergegangen bin.

Wie also gehe ich am besten mit der Stimmung um, die sich angesichts der aktuellen Weltgeschehnisse breitmacht?

Hier habe ich 4 Möglichkeiten:

Tipp 1: Einflussbereich oder Sorgenbereich 🌍

Es gibt Dinge, die ich nicht ändern kann, so sehr ich es auch wünschte. Kriege gehören oft dazu. Aber ich bin nicht verantwortlich für den Lauf der Welt, sondern für mein Handeln in meinem Einflussbereich. Wenn ich das verwechsle, rauben mir Nachrichten Kraft, statt mich zu klugem Handeln zu führen. Nachrichten sollen mich informieren, nicht verschlingen. Darum ist ein vernünftiger Umgang mit Informationen wichtig, aber genauso wichtig ist der Fokus auf das, was ich heute tatsächlich tun kann.

Tipp 2: Verachte nie das Gebet 🙏

Manchmal denke ich angesichts der Macht, die Präsidenten und Diktatoren dieser Welt ausüben, und angesichts des Bösen, das daraus wächst: Was bewirkt da schon mein kleines Gebet, wenn ich nur sagen kann: „Herr, schenke Frieden“? Und doch widerspricht die Bibel dieser Resignation. Sie zeigt Gebete als etwas, das im Himmel nicht verpufft, sondern bewahrt wird wie kostbarer Inhalt in Schalen vor Gott. „Goldene Schalen voll Räucherwerk … das sind die Gebete der Heiligen“ (Offenbarung 5,8). Vielleicht geht es weniger darum, ob Gott hört, sondern wann er handelt. Das darf uns ermutigen: Kein Gebet um Frieden ist umsonst, kein Ruf nach Erbarmen geht verloren. Und das Böse hat nicht unbegrenzt Zeit. Selbst der, der wütet, bekommt sie nur „für eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ (Daniel 7,25).

Tipp 3: Blickwechsel 👀

Wenn wir von Kriegen und Kriegsgeschrei hören, ruft Jesus uns nicht in die Panik, sondern in eine neue Haltung: „Seht auf und erhebt eure Häupter“ Lukas 21,28. Das heißt: Wir richten unsere Augen bewusst auf Gott. Psalm 121 sagt es ebenso schlicht: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ Psalm 121,1–2. Wir starren nicht auf die Berge von Sorgen und Angst, sondern schauen auf den, der über den Bergen steht: unseren Vater im Himmel.

Tipp 4: Wie die Kinder 🤍

Kinder spüren oft sehr genau, wenn Zeiten schwer sind. Jesus sagt, dass Kinder uns darin ein Vorbild sein sollen: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder …“ (Matthäus 18,3). Was tun Kinder, wenn es ernst wird? Sie rücken näher, kuscheln sich an ihren Vater und vertrauen still darauf: „Mein Papa weiß, was zu tun ist.“ Genau so dürfen wir es auch mit unserem Vater im Himmel halten. Wir müssen nicht alles im Griff haben, denn er hat die Kontrolle und hält seine schützende Hand über uns.

Und wenn du noch einen konkreten Schritt für die nächsten Tage brauchst, dann wähle mal Folgendes: beten, helfen, spenden, sprechen, trösten, dankbar sein.

Herzlich, deine zuversichtliche

27. Februar 2026

Das Buch mit den leeren Seiten

„Claudia, warum schreibst du nicht dein eigenes Buch?“

Diese Frage höre ich erstaunlich oft. Und während ich gerade diesen Blog schreibe, halte ich kurz inne. Mein Blick wandert zu dem großen Schrank hinter mir. Oben drauf steht ein Buch, das mir mein Mann einmal zu Weihnachten geschenkt hat. Auf dem Cover steht:

„Ein Bestseller: Das Buch, das ich schreiben und veröffentlichen werde. Von Claudia Black.“

Innen? Lauter leere Seiten.

Mein Mann hat gesehen, was schon lange in mir lebt: der Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben. Und ja – ich werde es schreiben. Aber im Moment schreibe ich gerade ein anderes Buch: die Biografie meines Vaters. Vor seinem Tod hat er seine Geschichte auf Tonband diktiert. Mein Bruder Matthias und ich sortieren gerade, formulieren und schreiben. Das Manuskript ist voller Spannung, voller Abenteuer und voller Szenen eines Lebens mit Gott.

Vom Zweifel zur Gabe ✍️

Schreiben ist meine Leidenschaft. Heute weiß ich: Es ist eine Gabe. Aber das war nicht immer so.

Deutschunterricht war für mich nicht nur langweilig, sondern teilweise angsteinflößend. Wenn ich meine Aufsätze zurückbekam, waren sie übersät mit roten Korrekturen. Kommas standen an den falschen Stellen, Sätze waren angestrichen, Bemerkungen am Rand. Deutsche Literatur interessierte mich ungefähr so sehr wie die Bedienungsanleitung eines Staubsaugers.

Meine Durchschnittsnote? 4 minus!

Und über mehrere Jahre hinweg hörte ich zwischen den Zeilen immer wieder: „Deutsch ist wohl nicht dein Fach.“ Ich hätte es nie laut gesagt. Aber innerlich begann ich es zu glauben: Du bist schlecht im Schreiben. So entsteht ein Glaubenssatz. Nicht über Nacht. Sondern schleichend. Und irgendwann ist er da – wie in Stein gemeißelt.

Kennst du das auch? Gibt es einen Satz über dich, den du irgendwann übernommen hast – und der dich bis heute begleitet?

Gott schreibt Lebensgeschichten neu 📖

Viele Jahre später absolvierte ich eine dreijährige journalistische Ausbildung. Mein Ausbilder war kein anderer als Detlef Bieseke – unter anderem stellvertretender Chefredakteur der BILD-Zeitung in Hamburg, Chefredakteur der „Welt am Sonnabend“ und später Chefredakteur der Berliner Morgenpost. Er hatte zahlreiche Volontäre ausgebildet. Über mich schrieb er: „Sie gehört zu den talentiertesten und diszipliniertesten von ihnen.“ Er sprach von Begabung – erarbeitetem und auch „angeborenem“ Können. Das hatte Gewicht. Gott schreibt Lebensgeschichten neu.

So ist das oft mit Gott und uns. Wir haben ein Bild von uns selbst, doch Gott sieht uns anders. Er sieht, wer wir wirklich sind, weil er uns geschaffen hat und uns kennt.

Manchmal nimmt er gerade die Bereiche, in denen wir uns am ungeeignetsten fühlen und lässt dort etwas aufblühen. Darum möchte ich dir heute etwas zusprechen: Unterschätze Gott nicht. Und unterschätze dich nicht.

Was du jetzt konkret tun kannst ✨

1. Welchen negativen Satz über dich hast du irgendwann übernommen?
2. Welchen Satz könnte Gott stattdessen über dich sprechen?

Und dann: Sprich diesen zweiten Satz heute einmal laut aus. Nicht als Wunschdenken, sondern als Schritt in Richtung Wahrheit.

Herzlich, deine

20. Februar 2026

Imitieren ist biblisch. Wer hätte das gedacht?

Hand aufs Herz: Hattest du als Teenager auch Helden? Irgendwen, den du heimlich (oder sehr unheimlich) nachgemacht hast? Eine Band. Eine Schauspielerin. Einen Lehrer. Eine Sportmannschaft. Irgendjemanden, bei dem du dachtest: So will ich auch sein.

Bei mir war es Winnetou. Ja, der Apache aus dem Indianer-Epos. Er kämpfte für das Gute, stellte sich dem Bösen entgegen, rettete Leute, hatte Haltung. Und starb am Ende tragisch. Den letzten Teil habe ich als Kind einfach ignoriert. Der führte direkt zu Tränen. Unfair.

Aber die Geschichten aus Buch und Fernsehen waren so lebendig, dass wir sie draußen nachgespielt haben. Und rate mal, wer immer Winnetou war. Genau: ich. Und ich war nicht nur edel, ich war auch… strategisch.

Wenn ein anderes Kind sagte: „Ich will auch mal Winnetou spielen“, sagte ich: „Dann spiele ich nicht mit.“ Kurze Pause. Hint> „Na gut, dann spiel du den Winnetou“, kam meist von den Jüngeren. Heute würde man das Manipulation nennen. Damals kannte ich das Wort nicht mal. Gut, dass Gott Humor hat. Und gnädig ist.

Hebräer 6,12: Eine Aufforderung mit Sprengkraft

Damals wollte ich wie Winnetou sein. Mutig, stark und unerschütterlich. Später wurde mein Held ein anderer: Jesus Christus! Und dann kam dieser Satz in der Bibel, der mich bis heute nicht loslässt: Wir sollen uns nicht nur Vorbilder suchen, wir sollen sie imitieren. Nachmachen. Echt jetzt?

In Hebräer 6,12 heißt es: Wir sollen „… diejenigen imitieren, die durch Glauben und Geduld das erben, was Gott versprochen hat.“ Im griechischen Urtext steht für „imitieren“ das Wort mimētai, was „Nachahmer“ bedeutet. Nicht Fans. Nicht Bewunderer. Sondern Nachahmer. Menschen, die sich an einem Vorbild orientieren und dessen Haltung und Handeln übernehmen. Nicht oberflächlich kopieren, sondern in die Fußspuren treten.

Was „imitieren“ NICHT bedeutet

Imitieren heißt hier nicht: Outfit kopieren, Stimme nachstellen, Persönlichkeit klauen. Imitieren heißt: Ich übernehme eine Spur. Einen Glaubensstil. Eine Art, Entscheidungen zu treffen. Einen Grundsatz, der trägt.

Und wenn du ein Vorbild suchst, das du imitieren kannst, dann such dir keines, das perfekt wirkt. Such dir eins, das treu ist. Eins, das gelernt hat, zu warten, ohne bitter zu werden. Durchzuhalten im Glauben. Zu vergeben trotz Schmerzen.

Zu meinen Vorbildern gehören Menschen, die gescheitert sind. Menschen, die Schweres durchleiden mussten und dennoch nicht aufgegeben haben. Nicht die Perfekten interessieren mich. Sondern die, die ehrlich unterwegs sind.

Jetzt eine Hausaufgabe für dich, ganz praktisch: Welcher Spur willst du nachgehen? Vielleicht ist es die Ruhe einer Person, die nicht sofort zurückschießt. Vielleicht ist es ihre Großzügigkeit oder ihre Ehrlichkeit. Vielleicht ist es eine Entschuldigung ohne „aber“.

Meine Hausaufgabe fürs Wochenende: Such dir eine Sache oder ein Vorbild im Glauben und imitiere es bewusst. Und vielleicht beginnt genau hier etwas Neues.

Bewunderer gibt es viele. Nachahmer verändern die Welt.

Herzliche Grüße und ein gutes Nachmach-Wochenende

Deine

13. Februar 2026

Bist du auch schon im Goldrausch?

Gold ist gerade überall. In den Nachrichten, in Gesprächen, in diesen kleinen Sätzen, die harmlos anfangen und plötzlich nach Versuchung klingen: „Wenn du Gold hast, solltest du jetzt verkaufen.“ Oder: „Eigentlich müsste man da einsteigen, oder?“

Der Preis schießt nach oben, Reuters berichtet von einem neuen Rekord und davon, dass Gold Ende Januar 2026 zum ersten Mal die 5.000-Dollar-Marke überschritten hat. Man muss kein Börsenprofi sein, um zu merken: Das ist ein Rausch.

Und Rausch hat eine heimtückische Nebenwirkung: Er macht dich taub.

Nicht im Ohr, sondern im Inneren.

Und genau da klingt mir Jesus ins Ohr: „Sammelt euch nicht Schätze auf dieser Erde … sondern im Himmel“ (Matthäus 6,19–21).

Himmlische Schätze haben ein Gesicht. Sie heißen Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Sie zeigen sich darin, wie wir mit Menschen umgehen, wie wir teilen, wie wir aufrichten, wie wir ehrlich bleiben, wenn es teuer wird.

Das ist wertvoller als Gold.

Spiel mit dem Feuer 🔥

Vielleicht hat mich deshalb diese olympische Geschichte so getroffen, weil sie wie ein Spiegel ist. Bei den aktuellen Olympischen Winterspielen startet Lindsey Vonn in Cortina d’Ampezzo, dem italienischen Skiort der olympischen Abfahrt. Sie ist 41, sie ist eine Legende, sie ist zurück auf der größten Bühne, obwohl sie längst alles gewonnen hat, was man gewinnen kann.

Was viele dabei nicht sehen: Das ist nicht nur Comeback-Romantik, das ist ein Spiel mit dem Feuer. Vonn hatte 2024 eine Teil-Knieprothese bekommen, damit sie überhaupt wieder schmerzfrei und leistungsfähig fahren kann.

Und dann kommt kurz vor Olympia der erste Schlag ins System: Sie stürzt im Weltcup in Crans-Montana und reißt sich das vordere Kreuzband.

Zwischen dieser Diagnose und ihrem olympischen Start liegen gerade mal neun Tage. Ich weiß nicht, was ihre Ärzte gesagt haben. Ich weiß nicht, was ihre Familie geraten hat. Ich kann nur vermuten, dass kaum jemand „Das ist eine gute Idee“ gesagt hätte.

Und trotzdem fährt sie. Vielleicht, weil sich diese Chance anfühlt wie das letzte Fenster. Vielleicht, weil Ehrgeiz sich manchmal verkleidet und dann aussieht wie Mut.

Dann passiert es. Dreizehn Sekunden nach dem Start verhakt sie sich an einem Tor, stürzt, schlägt auf. Das Rennen wird gestoppt, Helfer sind sofort da, und am Ende landet wieder ein Rettungshubschrauber.

Zum zweiten Mal in neun Tagen endet ihr Rennen auf der Bahre.

Diagnose: komplexe Schienbeinfraktur. Statt Medaille folgen drei Operationen. Ob sie je wieder Rennen fahren kann, ist offen.

Der entscheidende Moment ist oft nicht der Sturz – sondern die Entscheidung davor.

Mich trifft daran weniger der Sturz als der Moment davor. Der Moment, in dem man ein Stoppschild sieht und denkt: „Ich fahr trotzdem.“

Ich kenne das auch. Wie oft habe ich ein Ja gesagt, obwohl ich innerlich ein Nein meinte – weil es gerade passte, weil ich niemanden enttäuschen wollte, weil ich dachte, ich schaffe das schon.

Ein klarer Stopp für heute 🛑

Mein Rat für heute ist simpel und alltagstauglich: Hör auf das erste Warnsignal, nicht auf das zehnte.

Frag dich ehrlich: Wo bin ich gerade im Goldrausch, weil die Gelegenheit zu verführerisch ist?

✨ Eine Absage.
✨ Ein verschobener Termin.
✨ Zehn Minuten Stille.
✨ Oder ein kurzes Gebet: „Herr, mach mich wieder hörfähig.“

Gold kann glänzen. Aber es darf nicht entscheiden, wohin dein Herz läuft.

Hab ein schönes Wochenende – und vergiss die Schätze nicht, die man nicht kaufen kann.

Deine

6. Februar 2026

Der schnellste Weg, sich zu verirren?
Mitlaufen.

Am Sonntag war ich zum ersten Mal bei einer Weltcup-Skisprung-Veranstaltung. Und ich sage es gleich: Ich war nicht nur beeindruckt – ich war elektrisiert.

Warm eingepackt (natürlich!) standen wir nah an der Schanze. Fünf Stunden draußen. Fünf Stunden Kälte. Fünf Stunden Gänsehaut – und zwar nicht nur wegen der Temperatur.

Denn da passiert etwas, wenn über den Tag geschätzt rund 20.000 Menschen an so einem Ort zusammenkommen – und tausende davon im selben Moment still werden.

Kurz vor dem Absprung wird es plötzlich so ruhig, dass man sein eigenes Herz schlagen hört.

Dann dieses kollektive Einatmen. Dieses „Jetzt!“ Und wenn der Springer fliegt – fliegt plötzlich irgendwas in dir mit. Hoffnung. Staunen. Vielleicht auch ein kleines Stück Kindheit. Und dann: Jubel. Fremde klatschen Fremden ab. Man grinst sich an, als hätte man gemeinsam etwas geschafft. Dieses Wir-Gefühl ist echt. Es trägt. Es wärmt von innen.

Der Teil, den mir keiner angekündigt hatte 🧭

Aber bevor wir überhaupt dort ankamen, gab es den Teil, den mir keiner so richtig angekündigt hatte: den Weg. Man hatte uns gesagt: „Ach, das sind 10 bis 20 Minuten.“ Wir brauchten 30. Warum?

Weil wir uns verlaufen haben. Ja. Wirklich. Mitten in einer Menschenmenge, die so groß war, dass du denkst: Unmöglich, hier falsch zu gehen. Und genau das war das Problem.

Du musstest nur eins tun: Der Masse folgen. Und genau das haben wir getan. Nur… die Masse war falsch.

Der Hauptweg war wegen Überfüllung gesperrt. Feuerwehrleute wiesen Leute um. Irgendwer rief irgendwas. Jemand zeigte mit dem Arm in eine Richtung. Und wir? Wir liefen – wie viele andere – einfach hinterher.

Viele vor mir. Viele hinter mir. Und keiner wusste, wo’s langgeht.

Nichts passte. Keine Schilder. Keine Orientierung. Nur Menschen. Viele Menschen. Sehr viele Menschen, die sehr überzeugt falsch waren.

Also: umdrehen. Neu sortieren. Den Blick heben. Atmen. Nicht panisch werden. Und aktiv entscheiden: „Wir suchen jetzt den richtigen Weg – auch wenn’s bedeutet, gegen den Strom zu laufen.“

Das gefährlichste Gefühl: „Alle machen das.“ ⚠️

Und das gilt nicht nur auf dem verschneiten Weg zur Schanze. Das gilt auch, wenn wir durch soziale Medien scrollen: Ein Trend, ein Aufreger, ein „Das musst du gesehen haben“ – und plötzlich laufen wir innerlich mit, ohne noch zu prüfen, ob es überhaupt in die richtige Richtung führt.

Nicht alles, was sich nach „Wir-Gefühl“ anfühlt, führt auch zum Ziel.

Und vielleicht ist genau das der kleine Black-Friday-Test für unser Herz:

Nicht „Was machen die anderen?“, sondern „Wem folge ich wirklich?“

Denn Nachfolge ist nicht Masse – Nachfolge ist Richtung. Jesus hat nie gesagt: „Lauft einfach mit, Hauptsache ihr seid viele.“ Er hat Menschen eingeladen, bei ihm zu bleiben, hinzuhören, neu zu wählen – auch dann, wenn es bedeutet, kurz stehen zu bleiben, umzudrehen und gegen den Strom zu gehen.

Ein kleiner Schritt für heute 🌿

Mein Alltags-Schritt für heute ist simpel: Einmal bewusst stoppen, bevor ich „mitlaufe“.

✨ Eine Frage: „Führt mich das näher zu Frieden, Wahrheit, Liebe – oder nur schneller weiter?“
✨ Und dann ein kleiner mutiger Schritt in die richtige Richtung.

Nicht spektakulär. Aber echt. Genau so findet man den Weg – auch mitten im Gedränge.

Habt ein schönes Wochenende und bleibt auf Kurs,

Deine

30. Januar 2026

Die Wahrheit über Narrenfreiheit

Ich habe noch nie verstanden, warum man sich freiwillig eine Pappnase aufsetzt, um „endlich mal frei zu sein“.

Und trotzdem stolpere ich jedes Jahr über diesen Begriff: Narrenfreiheit.

Denn mal ehrlich: Wer würde nicht gern einmal kurz die Welt umdrehen?

Raus aus den Erwartungen. Raus aus dem „So macht man das“. Einmal anders sein dürfen.

In manchen Tagen im Jahr ist das sogar gesellschaftlich gewollt: Rollen werden vertauscht, Regeln wirken lockerer, das Leben wird lauter.

Für viele ist das befreiend – für einen Moment.

Aber genau da wurde mir klar: Wir alle sehnen uns nach Freiheit. Nur die Frage ist:

Welche? Eine, die kurz aufleuchtet – oder eine, die wirklich trägt?

Narrenfreiheit ist „geliehene“ Freiheit – Gottes Freiheit ist „geschenkte Identität“

Im Karneval darfst du kurz jemand anderes sein (Maske, Rolle, Ausnahmezustand) – aber danach musst du zurück.

Gottes Freiheit dagegen ist nicht Kostüm, sondern Zuspruch: Du musst dich nicht beweisen, nicht verstecken, nicht spielen. Du darfst sein.

Das ist eine Freiheit, die nicht von Kalendern abhängig ist.

Gott hat die Welt übrigens auch auf den Kopf gestellt – nur ganz anders, als wir es erwarten würden:

Er regiert nicht „von oben“ mit mehr Druck, sondern fängt unten an.

Er beschämt nicht, er richtet auf.

Er lädt keine Lasten auf, er trägt sie.

Und er presst uns nicht in eine Rolle, sondern spricht uns zu, wer wir sind.

Vielleicht ist das der Punkt:

Die lauteste Freiheit ist nicht immer die tiefste.

Und die stärkste Freiheit erkennt man nicht daran, wie sehr sie Grenzen sprengt, sondern daran, wie sehr sie das Herz ruhig macht.

Vielleicht ist das heute dein Satz:

Nicht: „Ich darf alles.“

Sondern: „Ich muss nicht.“

Ich muss nicht mithalten. Nicht über meine Grenzen gehen. Nicht meine Werte verkaufen, um kurz dazuzugehören.

Und das ist die schönste Art von Freiheit:

Wenn du nicht mehr beweisen musst, dass du frei bist – sondern endlich in Ruhe leben kannst, weil du es bist.

Liebe Grüße, Deine

23. Januar 2026

Was kostet ein Atemzug?

Wenn Kurtaxe plötzlich nach Luxus klingt – und warum Liebe keine Taxe braucht.

Auf dem Buchungsportal stand nur ein Satz – und der hat mir kurz die Urlaubsromantik geklaut: zzgl. Kurtaxe. Ich habe ein Ferienhaus gebucht, wir wollen mit Freunden dort einen Kurzurlaub machen. Endlich raus, endlich Ruhe, endlich Waldluft. Ich klicke auf „Buchen“ – und dann ... Kurtaxe.

Klingt ein bisschen wie „Kurz-Taxe“ – als würde jemand sagen: „Ganz kurz noch: Wir hätten da noch eine Steuer.“ Und sofort beginnt mein innerer Dialog: Wofür eigentlich?

Wofür genau zahle ich da – fürs Dasein? Fürs Ankommen? Fürs Atmen?

Noch besser: Der Ort nennt sich Luftkurort. Luft-Kur-Ort. Das ist ja schon fast Poesie.

Und dann diese Frage, die ich nicht mehr loswurde: Wenn ich da „Kur“-Luft einatme… bezahle ich dann für die Luft, die ich im Urlaub atme? Und was ist, wenn ich den Ort verlasse? Ist die Luft einen Meter hinter dem Ortsausgangsschild plötzlich wieder kostenlos?

Ich musste lachen – und gleichzeitig dachte ich: So verrückt kann das doch nicht sein… Doch, kann es! Denn während ich mich noch über eine Kurtaxe aufrege, gibt es Menschen, die wirklich Luft kaufen. In Flaschen. Kein Scherz.

Wenn Luft plötzlich Luxus wird

Wegen Smog haben Menschen in China „frische Luft“ aus Kanada bestellt. Eine Sprühflasche mit 7,7 Litern „Rocky Mountain Air“ kostet umgerechnet ungefähr 21 Euro. Der Inhalt soll für etwa 150 Inhalationen reichen. Und: Die erste Lieferung von 500 Flaschen war innerhalb weniger Tage ausverkauft – kurz darauf gingen tausende weitere nach China.

Luft in Flaschen. Als würde man sagen: „Ich brauche einmal kurz Normalität – nur für ein paar Atemzüge.“

Natürlich: Kurtaxe ist keine „Atemsteuer“. Gemeinden nutzen sie, um Dinge zu finanzieren, die Gästen und Ort dienen – Wege, Infrastruktur, Angebote. Und „Luftkurort“ ist ein offizielles Prädikat, das an Luft- und Klimaqualität gebunden ist. Soweit, so vernünftig.

Liebe weitergeben – ohne Taxe

Aber bei mir blieb ein Gedanke hängen: Wie schnell wird etwas Selbstverständliches plötzlich kostbar, wenn es knapp wird. Und damit bin ich bei etwas, das noch unsichtbarerist als Luft – und doch genauso lebensnotwendig: Liebe.

Liebe ist wie Luft. Du siehst sie nicht – aber du merkst sofort, wenn sie fehlt.

Und ich denke an diesen Satz, den ich so oft brauche: Gottes Liebe umgibt uns von allen Seiten. Sie trägt nicht nur an guten Tagen, sondern auch dann, wenn dir innerlich die Luft dünn wird. Und das Beste daran: Du brauchst keine Liebestaxe zu zahlen. Gott sei Dank.

Ein Impuls für heute (ganz praktisch)

Atme einmal bewusst tief durch. Und dann verschenke eine kleine, echte Geste Liebe: eine Nachricht, einen Anruf, ein ehrliches „Ich sehe dich“. Nicht groß. Nur echt.

Luft kann man abfüllen. Liebe nicht. Aber man kann sie weitergeben, und zwar kostenlos.

Ich wünsche dir ein Wochenende mit viel frischer Luft – innen wie außen.

Liebe Grüße, Deine

16. Januar 2026

Wenn Gott mich hinlegt

Psalm 23 in Erkältungszeiten – und warum Korrektur manchmal Trost ist.

Ich war 14 Tage erkältet. So richtig. Nicht „ein bisschen Schnupfen, ich funktioniere trotzdem“, sondern: Game over.
Sofa. Tee. Taschentücher. Und mein Körper hat endgültig das Kommando übernommen: „Heute nicht, Claudia.“

Irgendwann in diesen Tagen hat sich Psalm 23 in mein Krankenzimmer geschlichen. Ganz leise, fast wie eine Decke, die jemand über mich legt:

„Er lässt mich lagern auf grünen Auen.“

In der englischen Version klingt es sogar noch deutlicher: „He makes me lie down…“
Und ich dachte nur: Ja, Herr. Genau das. Du hast mich nicht gefragt, ob ich mich bitte hinlegen möchte. 😅

Im Hebräischen steht hier ein Wort, das mich richtig gepackt hat: ‚yarbîtsēnî‘. Das bedeutet nicht nur: ‚Ich lege mich hin‘, sondern: Er bringt mich zur Ruhe – er lässt mich lagern.“ Mit anderen Worten: Gott ist nicht der Hirte, der nur freundlich vorschlägt, dass ich mich mal ausruhen könnte. Er ist der Hirte, der für Ruhe sorgt, wenn ich sonst weiterrennen würde. Und genau so haben sich diese 14 Tage angefühlt: nicht romantisch, nicht geplant – aber vielleicht genau das, was meine Seele (und mein Körper) gebraucht haben: „Claudia, jetzt liegst du. Und ich wach über dir.“

Denn wenn ich ehrlich bin: Ich hätte mich nicht freiwillig so konsequent aus dem Verkehr gezogen. Ich hätte noch schnell… nur kurz… einmal eben…

So sind wir doch oft, oder? Wir schleppen uns tapfer durch, nennen es „Treue“, und merken erst spät: Es war eigentlich schon länger Überforderung im frommen Kleid.

Und dann liebe ich dieses Bild vom Hirten. Ein Hirte ist nicht passiv. Er geht nicht einfach nebenher und sagt: „Mach mal.“
Er sieht, wenn ein Schaf nicht mehr kann. Und manchmal ist Liebe eben nicht nur Trost. Manchmal ist Liebe auch ein klares Stopp.
Nicht als Strafe. Sondern als Schutz.

Vielleicht ist das der Punkt, den ich neu gelernt habe:
Manchmal führt Gott mich nicht nur in die Ruhe – manchmal bringt er mich dahin.
Weil er meine Grenzen ernster nimmt als ich.
Weil er weiß, was ich gern überhöre: Dass ich nicht unendlich bin.

Und dann kommt dieser Satz, der mich schon lange begleitet, aber diesmal noch tiefer getroffen hat:

„Dein Stecken und Stab trösten mich.“

Nicht: treiben mich. Nicht: drücken mich. Sondern: trösten mich.
Gottes Korrektur ist nicht kalt. Sie ist nicht beschämend. Sie ist wie eine Hand, die mich zurückzieht, bevor ich in Dornen gerate. Wie ein „Nein“, das mich bewahrt. Wie eine Pause, die mein Herz wieder auf Kurs bringt.

Ich weiß nicht, wie du diesen Text gerade liest. Vielleicht gesund, vielleicht müde, vielleicht innerlich schon lange „erkältet“ – so ein Zustand, wo alles zäher ist als sonst.

Dann nimm das als kleine, praktische Einladung für deinen Alltag:

Für heute (ganz einfach umsetzbar)

• Mach eine Mini-Pause, bevor dein Körper dich dazu zwingt. 10 Minuten. Ohne Handy. Ohne „nur kurz noch“.
• Sprich leise (oder laut) diesen einen Satz: „Hirte, ich lasse mich jetzt lagern.“
• Und dann tu etwas sehr Geistliches: Leg dich hin. Oder setz dich. Oder geh langsam. Hauptsache: raus aus dem Rennen.

Wenn Gott dich heute bremst, dann ist das vielleicht keine Blockade – sondern Fürsorge.

Und jetzt entschuldige mich bitte: Ich gehe einen Moment in die Stille. Der Hirte ist näher, als du denkst.

Deine

9. Januar 2026

Wie sammle ich mir
Schätze im Himmel? ✨

Ein Teppich, Motten – und eine Lektion fürs Herz 🧡

Unter dem teuren Schrank meiner Tante lag ein Schatz – den sie nie zu Gesicht bekam.

Meine Tante war ein Kriegskind. Kein Wunder, dass sie später sehr sparsam lebte. Übrig gebliebenes Essen wegzuschmeißen, das käme ihr nie in den Sinn. Doch ihr Mann verdiente sehr gut. So lebten sie: sparsam auf der einen Seite, aber für Dinge, die in ihren Augen wertvoll waren, gaben sie punktuell viel Geld aus. Besonders die Teppichläufer in ihrer hochwertigen Wohnung waren von großem Wert.

Doch da lag das Dilemma: Wenn man sie begehen musste, wurden sie schnell staubig und dreckig. Also legten sie den wertvollsten aller Teppiche – er kostete eine fünfstellige Summe – eingerollt unter den teuren Schrank in einem abgedunkelten und unbeheizten Zimmer ab. Man hätte ihn jederzeit austauschen können, falls die anderen nicht mehr wie neu aussahen.

Dort lag er dann fünf bis acht Jahre. Bis zu dem Tag des Auszugs. Meine Tante und mein Onkel zogen in ein betreutes Wohnen und schenkten mir den wertvollen Teppich.

Ich war überwältigt von der Großzügigkeit, hatte aber selbst keinen Bedarf, weil wir einen gegensätzlichen Wohnungsstil hatten. Aber das Geld, das er uns einbringen würde, war für andere, wichtige Dinge ein willkommenes Geschenk.

Doch wie heißt die eine Zeile in dem Weihnachtslied?

„Doch nur kurz sind solche Freuden, bald erlöscht der Kerzen Licht. Jesus kann allein bereiten Freuden, die vergehen nicht ...“.

Auch bei uns wich die Freude dem Entsetzen, als wir den Teppich ausrollten. Er war lebendig und bewegte sich. Alles war voller Motten, die ganze Arbeit geleistet hatten und fleißig unzählige Löcher hinterließen. Aus war es mit dem Wert. Alle im Raum stehenden, mit entsetztem Gesicht und ungläubig dreinschauend, kamen irgendwie zum gleichen Gedanken.

Was sagte Jesus nochmal über die Motten?

„Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen ... Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind ...“
(Matthäus 6, 19–20).

Okay, wir haben die Lektion wortwörtlich erlebt – und alle schmerzlich verstanden.

Wenn wir jetzt nach vorne blicken, dann stellt sich uns doch gleich die Frage: Wie sammeln wir uns Schätze im Himmel?

Hast du vielleicht ein paar Ideen? Also mir fallen da ein:

Drei Wege, um sich Schätze im Himmel zu sammeln 🌿

1. Großzügig sein – auch dann, wenn’s keiner sieht 🤍

Es muss nicht spektakulär sein. Manchmal reicht es, wenn du jemandem zuhörst, der sonst kaum Gehör findet, oder wenn du gibst, obwohl du selbst nicht im Überfluss lebst. Gott sieht, was im Verborgenen geschieht – und rechnet es groß an.

2. Vergeben, statt Recht behalten 🕊️

Himmlische Rendite gibt’s, wenn du loslässt, was dich runterzieht. Wer vergibt, hat plötzlich beide Hände frei für Neues. Und ehrlich: Das fühlt sich leichter an als jeder Sieg in einer Diskussion.

3. Gutes reden: Menschen aufzubauen statt zu entwerten 🌟

Worte sind wie Samen. Entweder werden sie zu Mottenfutter oder zu Himmelsgold. Vielleicht ist das ja genau das Richtige für den Start ins neue Jahr: nicht mehr anhäufen, sondern hinsehen.

Warum also nicht mal wieder Freude teilen statt Dinge horten?

Ein bisschen weniger „Motte im Teppich“ – und ein bisschen mehr „Glanz im Herzen“.

Was wäre dein persönlicher „Schatz-im-Himmel“-Schritt diese Woche?

Deine (im Herzen reiche)

2. Januar 2026

Was dein Körper nachts
für dich tut – ohne dass du es merkst 🌙

Willkommen im neuen Jahr ✨

„Jetzt sind meine Füße wieder aufgeladen“, sagte meine kleine Nichte, als sie eines Morgens früh erwachte, bereit für den Tag.

Hast du dich schon einmal gefragt, was eigentlich passiert, wenn du schläfst? Kein Wunder, dass wir am Morgen oft wacher und klarer sind als am Abend.

In dir läuft ein unglaublicher Prozess ab – jede Nacht, still und hingebungsvoll. Während du träumst, teilt sich in dir Zelle um Zelle, alte werden ersetzt, neue entstehen. Andere Körperfunktionen treten in den Hintergrund, damit Platz für Reparatur und Regeneration entsteht.

Wenn der Körper auf „Reparaturmodus“ schaltet 🛠️

In den tiefen Schlafphasen laufen die Reparaturprogramme auf Hochtouren:

✨ DNA-Reparatur, die Fehler aus dem Alltag ausbügelt
✨ Zellteilung, die verschlissene Zellen erneuert
✨ Regeneration von Muskeln und Gewebe – dein innerer Frühjahrsputz

Wissenschaftlich gesehen ist der Schlaf wie ein Cellular Reset Button – ein „Zurücksetzen“, damit der Körper am nächsten Tag wieder mit voller Kraft leben kann.

Hormone – die stillen Architekten unserer Stimmung 💛

Hormone – die stillen Architekten unserer Stimmung

Und dann sind da noch die Hormone.

Du kennst sicher Dopamin, das sogenannte Glücks- oder Antriebshormon. Was die Forschung zeigt: Dein Dopaminspiegel ist morgens am höchsten. Das bedeutet, dein Tag beginnt mit einem natürlichen Energieschub – als hätte dein Körper einen inneren Rhythmus, der dir zuflüstert: „Heute ist ein neuer Tag, heute bist du bereit.“

Auch wenn dieser Prozess mit den Jahren etwas langsamer wird, bleibt er kraftvoll. Jede Nacht schenkt dir dein Körper einen kleinen Neustart.

Ein Bibelvers, der alles zusammenfasst 📖

Wenn du das alles liest, spürst du vielleicht schon: Dieser Erneuerungsprozess ist nicht nur biologisch – er ist göttlich gedacht.

Unser Körper ist ein Wunderwerk. Aber wer hat sich dieses Wunder ausgedacht?

Es ist unser Schöpfer. In Psalm 103, Vers 5b heißt es:

„Er erneuert deine Kraft.“

Das ist keine poetische Floskel. Es ist eine Einladung, das Neue nicht nur am Jahresanfang zu suchen, sondern in deinem ganz normalen Schlaf, in deinem Atem, in jedem neuen Morgen zu erkennen.

Und wenn du die Jahreslosung liest, merkst du: Da steckt noch mehr drin.

„Siehe, ich mache alles neu.“ – Offenbarung 21,5a

Mit „alles“ ist nicht nur dein Körper gemeint, sondern auch deine Seele und dein Geist.

Keine Vorsätze, sondern neues Bewusstsein 🌱

Spüre heute:

🌱 Du bist nicht nur ein Körper, der funktioniert.
🌱 Du bist nicht nur eine Seele, die fühlt.
🌱 Du bist ein Geist, der lebt, liebt und hofft.

Lass dieses Jahr nicht beginnen mit einem „Ich muss...“, sondern mit einem „Ich erkenne, was schon in mir wirkt“. Denn unser Schöpfer wohnt in uns. Er hat uns so geschaffen, dass wir jeden Morgen neu aufwachen – lebendiger, heller, stärker. Und das ist ein Geschenk.

Ein kraftvolles, spannendes, gesegnetes neues Jahr wünscht euch von Herzen,

Deine

26. Dezember 2025

Das Stück Schokolade,
das mich Demut lehrte 🍫

Eine Weihnachtsgeschichte – nach einer wahren Begebenheit ✨

Zwei Kinder stehen Hand in Hand in der bitterkalten Weihnachtsnacht ❄️. Ihr Atem malt kleine Wolken in die Dunkelheit. Der Wind pfeift durch die engen Gassen, zerrt an ihren dünnen Mänteln.

Die ältere ist gerade acht, ihr kleiner Bruder sechs. Sie kommen aus armen Verhältnissen, doch nach dem Krieg haben sie alles verloren: Eltern, Geschwister, ihr Zuhause.

Jetzt leben sie bei einer fremden Familie – in einem Land, dessen Sprache sie nicht verstehen. Hinter Fenstern glühen Kerzen, drinnen lachen Menschen. Der Duft von Gebackenem und Tanne liegt in der Luft – süß und schmerzhaft vertraut zugleich.

In einem Haus dürfen sie mit hineingehen – und plötzlich stehen sie allein in einem Zimmer.

Vor ihnen: ein Weihnachtsbaum voller glänzender Zuckerkringel 🎄.

Das Mädchen hält den Atem an. So etwas hat sie seit Langem nicht mehr gerochen, nicht mehr auf der Zunge gespürt. Ihre Erinnerung an Süßes war verblasst – nur das Verlangen war geblieben.

Dann greift sie zu: zögernd, schnell, entschlossen. Ein Kringel wandert in die Tasche ihres Kleides. Sie fasst die Hand ihres Bruders – und gemeinsam schleichen sie hinaus.

Ein Schatz in einer Tasche 🎁

Leise holen sie den Kringel hervor. Sie brechen ihn in zwei Hälften. Die eine Hälfte legen sie beiseite – für später.

Die andere Hälfte teilen sie erneut – winzig kleine Stücke, wie ein Festmahl für zwei Kinder, die sonst nur trockenes Brot kennen. Die Süße schmilzt zwischen Hunger und Hoffnung.

Dann verschwindet die verbliebene Hälfte wieder in der Tasche: „Für meinen Geburtstag.“

Tage vergehen. Am 1. Januar ist es so weit 🎂.

Beim Zerbrechen geschieht es: Die Stücke sind nicht gleich groß. Ein Stück ist minimal größer. „Darf ich die größere Hälfte haben?“ fragt sie leise. „Weil ich heute Geburtstag habe?“ Der Bruder nickt – glücklich, überhaupt ein Stück Süßes zu bekommen.

Die Auflösung

Diese Geschichte klingt wie ein Märchen. Aber sie ist wahr. Der kleine Junge war mein Vater. Das Mädchen – meine Tante Hildegard.

Es war Weihnachten 1946, kurz nach dem Krieg. Beide leben heute in der himmlischen Herrlichkeit – zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern 🤍.

Was der Kringel uns heute sagen kann

Warum erzähle ich dir das am zweiten Weihnachtstag? Vielleicht sitzt du gerade satt und zufrieden im Warmen. Vielleicht war dein Weihnachten laut, fröhlich, reich gefüllt. Ich möchte kein schlechtes Gewissen erzeugen – im Gegenteil.

Lass uns dankbar sein und bewusst genießen 🙏. Denn das Wunder liegt nicht im Haben, sondern im Herzen: zu teilen, zu fühlen, zu wertschätzen.

Ob du viel oder wenig hast – genieße es als Geschenk. Und vielleicht teilst du heute etwas:

Aufmerksamkeit,
ein Lächeln,
einen Anruf,
oder einen Kringel.

Von Herzen,
Deine

PS: Wenn dich diese Geschichte berührt hat, erzähl sie weiter. Vielleicht an jemanden, der gerade selbst erlebt, wie viel ein kleines Stück Geborgenheit bedeuten kann.

19. Dezember 2025

Wie Himmel und Erde einander begegnen

Meine Väter

Ich hörte die Stimme meines verstorbenen Vaters in mir, ganz klar, fast als stünde er neben mir: „Den möchte ich!“

Auf dem Tisch in unserem Büro lagen verschiedene Kalender, ein Geschenk unserer Druckerei für das neue Jahr. Längliche, große, kleine – und auch einer dieser klassischen Drei-Monats-Kalender für die Wand. Den hat mein Vater immer geliebt. Jedes Jahr habe ich darauf geachtet, dass er einen bekommt.

Und jetzt …? Jetzt braucht er keinen Kalender mehr.

Im Himmel wird Zeit anders gerechnet. Tausend Jahre sind wie ein Tag – steht im zweiten Petrusbrief.

Solche Momente bringen mir Tränen in die Augen. Erinnerungen, in denen mein Vater mir plötzlich so nah ist. Und das Vermissen so groß.

Mein Weihnachtswunder 2025 heißt Larry

Ich habe noch einen anderen Vater: meinen Schwiegervater Larry.

Auch er hat mich zu Tränen gerührt.

Vielleicht erinnerst du dich an meinen Blog vom März – damals schrieb ich über Larrys Diagnose. Die Ärzte gaben ihm noch sechs Monate, rieten zum Hospiz, alle Therapien wurden abgesetzt. Und doch strahlte er Frieden aus. Diese unerschütterliche Ruhe, dieses tiefe Vertrauen auf Gott – es hat mich schon damals sprachlos gemacht.

Heute, während ich diese Zeilen schreibe, fließen wieder Tränen. Aber diesmal sind es Tränen der Freude. Denn Larry ist immer noch da. Mehr noch: Er feiert nächste Woche seinen 80. Geburtstag – gesünder als in den Jahren zuvor. Zwei Tumore sind komplett verschwunden, die anderen beiden schrumpfen gerade gewaltig. Ohne Chemo, ohne jegliche andere Therapie.

Ich bin so stolz auf ihn.

Und so dankbar. Denn dieses Wunder erinnert mich an meinen dritten Vater. Den, dem ich all das verdanke: das Leben meines Vaters, das von Larry – und das Versprechen, dass wir eines Tages alle gemeinsam feiern werden. Ohne Krankheit. Ohne Tränen: Mein Gott, der Vater im Himmel.

Für dich

Vielleicht ist Weihnachten für dich dieses Jahr schwer.

Vielleicht fehlt jemand. Oder etwas fühlt sich zerbrochen an.

Dann möchte ich dir sagen: Wunder geschehen noch. Vielleicht nicht so, wie wir sie erwarten – aber sie geschehen. Und manchmal beginnen sie genau da, wo wir nichts mehr in der Hand haben.

Halte dein Herz offen.

Für Trost. Für Hoffnung. Für das, was größer ist als wir.

Und wenn du magst: Denk heute an deinen „Vater im Himmel“ – und danke ihm für das, was bleibt, wenn alles andere vergeht.

Ich wünsche dir friedvolle Weihnachtstage – und dass du das Wunder von Weihnachten ganz neu erlebst: Hoffnung, die bleibt.

Von Herzen, deine

PS: Ich danke euch für eure vielen positiven Feedbacks zu meinem Vortrag Resilienz. Viele haben gefragt, ob ich ihn aufgenommen habe. Leider nicht. Ich war technisch überfordert. Aber beim nächsten Vortrag werde ich es ganz sicher aufnehmen!

12. Dezember 2025

Der Tag, an dem Gott in meinem Badezimmer stand

Es gibt Momente, die kommen leise – und verändern trotzdem alles.

Einer dieser Momente ereignete sich auf einer Reise mit einer Freundin vor zwei Jahren.

Wir waren gerade im Quartier angekommen und begannen, unsere Koffer auszupacken. Ich freute mich über das Badezimmer – vor allem über die breite Ablagefläche. Zwei Meter Platz! Herrlich. Also stellte ich alles ordentlich auf und nutzte dabei die Hälfte des Platzes: Duschgel, Parfum, Lotion, Make-up, Haarprodukte... bis ich merkte, dass selbst diese Fläche kaum ausreichte. Der Rest blieb in der Kulturtasche.

Kulturtasche – schon mal über dieses Wort nachgedacht? So oft benutzt, und doch: was hat das eigentlich mit „Kultur“ zu tun?

Am Abend fiel mir auf, dass meine Freundin ihre Sachen immer noch nicht ausgepackt hatte. Also – ich geb’s zu – breitete ich mich weiter aus. Ich meine, zehn Haarprodukte brauchen halt Raum: Shampoo, Conditioner, Schaumfestiger, Hitzespray, Bürste, Fön, Glätteisen... alles musste griffbereit sein.

Am nächsten Morgen – nichts hatte sich verändert. Also nutzte ich die komplette Fläche für mich allein. Alles schön aufgereiht, alles an seinem Platz. Bis ich wenig später das Bad erneut betrat – und mich wunderte.

Was mir ein Stück Seife über Gott beibrachte

Ganz links, direkt neben der Dusche, lag eine einzelne, schlichte Seife.

Kein Designerprodukt. Keine Marke. Einfach nur Seife.

Und doch: Der ganze Raum war erfüllt von ihrem wunderbaren Duft.

Ein Duft, der mich umhüllte, der leise wirkte – und alles andere in den Hintergrund drängte.

In diesem Moment wusste ich: Gott wollte mir etwas sagen.

Die leise Lektion

„Du kannst dich abmühen, Claudia. Du kannst dich noch so sehr bemühen, schöner, besser, klüger, erfolgreicher zu sein. Doch wenn du dich nicht einhüllst in meine Gegenwart, bleibt alles leer. Denn wahres Strahlen kommt nicht aus der Tube – sondern aus dem Herzen.“

Das wirkliche Leuchten eines Menschen kommt von innen: aus Zufriedenheit, Gelassenheit, Liebe, Güte – all das entsteht, wenn du Jesus Raum gibst. Wenn du Ihn einlädst, deinen Herzensraum zu füllen.

Was wirklich zählt

Seife steht für Reinigung. Für Wohlgeruch. Für Erneuerung.

Wenn Gott uns reinigt, sind wir für ihn ein Wohlgeruch.

Zu ihm dürfen wir ungeschminkt kommen, ohne Masken, ohne Filter.

Lasst uns also wieder lernen, was wesentlich ist: Zeit mit Gott. Nähe zu ihm.

Nicht zuerst WhatsApp öffnen – sondern das Herz. Nicht zuerst hören, was die Welt sagt – sondern was ER sagt.

Seit jenem Urlaub begleitet mich ein Motto, das alles verändert hat:

God first.

Denn wenn du Gott an die erste Stelle setzt, dann passiert zweierlei:

1️⃣ In seiner Gegenwart schmelzen die Feinde Gottes wie Wachs. (Psalm 68,3)
2️⃣ Er selbst kümmert sich um alle deine anderen Angelegenheiten. (Matthäus 6,33)

Und sag mal ehrlich: Ist das nicht das, wonach wir uns alle sehnen? Hab ein schönes Wochenende und … lasst uns strahlen!

Deine

* Kulturtasche könnte als Abkürzung von „Körperkultur“ verstanden werden – also der Idee, dass Körperpflege ein Ausdruck von Kultur bzw. gepflegtem Verhalten ist.

05. Dezember 2025

Mehr Advent. Weniger Wahnsinn. Eine Minute reicht.

Advent, Advent – der Kalender rennt. Hinter Türchen 1 war noch Schokolade, ab Türchen 14 wartet nur noch Stress: Weihnachtsfeier hier, Geschenkedrama da, Gänsebraten googeln, Outfit panisch umtauschen – und immer wieder diese kleine Zahl am Kalender, die ruft: „Nur noch 6 Tage …“.

Aber bei all dem Glitzer und Zeitdruck vergessen wir leicht: Es gibt auch ein Leben nach Weihnachten. Und vielleicht fängt das eigentliche Wunder genau dann an.

Ohne dass es uns bewusst wird, haben wir ein rasantes Lebenstempo entwickelt. Ich glaube nicht, dass wir dazu geschaffen wurden, so viele Belastungen des Alltags auf unsere Seele zu laden, wie es gerade der Fall ist. Unser Leben ist öffentlich geworden. Wir können mit jedem jederzeit überall in Verbindung treten. Aber umgekehrt gilt das genauso: Jeder kann jederzeit überall mit uns in Verbindung treten. Früher gab es öffentliche Momente – und private. Heute ist das komplett verschwommen.

So verlieren wir nach und nach die Fähigkeit, uns zu konzentrieren und zu fokussieren. Oft schaffen wir es nicht, unsere Aufmerksamkeit länger als ein paar Minuten auf wirklich Wichtiges zu lenken. Kein Wunder, dass wir überreizt sind – überstimuliert. Und ist es da nicht nur logisch, dass es uns schwerfällt, von Gott zu hören?

Halt mal.

Ich wäre nicht Claudia, wenn ich nicht auch lösungsorientierte Antworten hätte, stimmt’s? Eine davon habe ich in einem Buch von John Eldredge gefunden. Sie ist genial, simpel – und unendlich hilfreich.

Was, wenn wir mehr von Gott in unserem Leben hätten? Mehr von seiner Liebe, Kraft, Weisheit, Widerstandsfähigkeit. Gott als Quelle unseres Lebens (Psalm 36,9) – als Tankstelle für unsere ausgedörrte Seele. Mit dieser Übung kannst du genau das erleben:

Die Eine-Minute-Pause.

Nimm dir einen Moment am Tag – genau eine Minute. Schließe deine Augen und löse dich von allem, was belastet. Lass ALLES und JEDEN los.

Alle Termine, Telefongespräche, schweren Situationen, finanziellen Herausforderungen, Beziehungsstress, Arbeitsdruck, Verzweiflung, Krankheit, Hoffnungslosigkeit, Ungerechtigkeit, Lügen, Ängste, Enttäuschungen, Belastungen, Trauer, Tränen – einfach alles.

Und jeden: deinen Chef, deinen Partner, deine Kinder, deine Enkel, deine Eltern, die ganze Familie, deine Freunde, Nachbarn, Kollegen. Für diese eine Minute darf niemand etwas von dir verlangen. Und nichts darf dich antasten.

Breite die Arme aus – von der Faust zu leeren, offenen Händen. Die Belastungen darfst du gerne mit den Händen abschütteln. Atme tief ein – und beim Ausatmen bete:

„Jesus, ich gebe jeden und alles an dich ab.“

Wiederhole es. Atmen, geballte Hände lösen, abgeben. „Alle Dinge dieser Welt, die mich belasten, an mir zerren, lasse ich jetzt los.“ Ausatmen. Seufzen. Ruhe.

Du kannst es auch konkret machen:

„Ich lasse meine Kinder los. Ich lasse das Meeting los, den Arzttermin, meine Krankheit.“

„Ich gebe dir meine pflegebedürftige Tante, alles, was heute schiefgelaufen ist – sogar den Dienst in meiner Gemeinde.“

Dann bitte um mehr von Gott: „Jesus, ich brauche mehr von dir. Füll mich mit mehr von dir. Stell unsere Verbindung wieder her. Füll mich mit deinem Leben.“

König David schrieb in Psalm 131,2: „Ich habe meine Seele beruhigt und zur Ruhe gebracht …“. Er hat seinem Herzen beigebracht, wie man ruhig wird. Und genau das tust du in dieser Einen-Minute-Pause. Sie ist ein Schwert gegen den Wahnsinn dieser Welt – still, aber mächtig.

Probier es heute aus. Vielleicht gleich jetzt. Eine Minute. Mehr braucht es nicht.

Hab eine entspannte Adventszeit. Von Herzen, deine

28. November 2025

Black’s Friday – mein persönlicher Feiertag

Über Schnäppchen, Überraschungen und ein Geschenk, das nichts kostet.

Neee, ich hab wirklich nichts gegen Schnäppchen. Im Gegenteil! Ich freu mich mit dir, wenn du am Black Friday ein echtes Goldstück ergatterst. Vielleicht das lang ersehnte Paar Schuhe, ein Technik-Highlight oder einfach die gute Kaffeemaschine, die du dir sonst nie gegönnt hättest.

Klar, als Leiterin eines Spendenwerks erinnere ich an solchen Tagen daran, dass wir die Armen dieser Welt nicht vergessen. Dass unser Konsumverhalten einen Unterschied machen kann – und soll. Aber das heißt nicht, dass wir keine Freude an guten Angeboten haben dürfen. Es heißt nur: Vergiss beim Sparen nicht das Teilen.

Aber weißt du, was noch besser ist als ein Schnäppchen?
Wenn du gar nichts bezahlen musst.

Kennst du das? Du stehst an der Kasse, deine Hand umklammert ein paar Teile – und plötzlich sagt jemand: „Ich übernehme das.“ Dein Cappuccino wird von jemandem bezahlt, den du gar nicht kennst. Dein Essen im Restaurant ist schon beglichen. Oder – wie bei einem befreundeten Ehepaar von mir – das gesamte Hotelwochenende: bezahlt, einfach so. Bis heute wissen sie nicht, von wem. Nur: Sie waren überwältigt.

Ich kenne das Gefühl auch. Beschenkt zu werden, ist wunderbar. Aber weißt du, was noch besser ist?
Wenn ICH es bin, die jemand anderen überrascht.

Ein Cappuccino für die Frau hinter mir. Die Rechnung für den jungen Vater, der mit müden Augen sein Kleinkind bespaßt. Kein großes Drama. Kein Reden. Nur ein Lächeln, ein kleines Staunen – und ein stilles Danke.

Ich höre dabei auf mein Herz. Oder besser gesagt: auf Gottes Herz in mir. Und danach? Danach geht mein Herz auf. Jedes Mal. Weil Geben einfach schöner ist als Haben. Und weil es etwas in Bewegung setzt – im anderen und in mir.

Mehr als ein Rabatt

Black Friday verspricht Preisnachlässe. Aber Gnade hat keinen Preis. Das größte Geschenk hast du schon längst bekommen – du wurdest erkauft. Nicht mit Prozenten, sondern mit dem Leben Jesu. 100 % Liebe. Null Bedingungen. Das ist mein Black’s Friday.

Und jetzt du:

Mach heute jemandem ein Geschenk.
Es muss nichts Großes sein. Ein Kaffee. Ein kleines Trinkgeld. Ein ehrliches Kompliment.

Oder: Für jedes Schnäppchen, das du dir heute gönnst – spende einen Euro für jemanden, der sich nichts gönnen kann.

Oder frag Gott einfach: „Wem darf ich heute etwas Gutes tun?“

Ich verspreche dir: Es fühlt sich besser an als jeder 70 %-Rabatt.

Von Herzen,
Claudia

21. November 2025

Dieser Fehler hat mich wachgerüttelt –
im wahrsten Sinne des Wortes

Eine kleine Alltagsszene, ein großes Aha-Erlebnis ☕✨

Ich: „Haben Sie auch entkoffeinierten Kaffee?“
Kellnerin (leicht irritiert): „Meinen Sie koffeinfreien Kaffee?“

Diese kleine Szene war der Anfang meines Missgeschicks.
Seit 25 Jahren stelle ich genau diese Frage in jedem Café dieser Welt.

Warum? Weil ich irgendwann gemerkt habe, dass Koffein mir alles andere als guttut. Mein Herz raste, mein Magen rebellierte, mein Körper machte deutlich: Ich will das nicht.

Seitdem ist Koffein für mich tabu – und diese Frage gehört fest zu meinem Alltag.

Letzten Dienstag allerdings …

Ich saß in einem neuen Café, gemütlich, warm, mit Blick auf die Fulda. Das Frühstück war köstlich, die Atmosphäre herrlich entspannt.

Und irgendwann – wie immer – stellte ich sie wieder, meine Standardfrage:
„Haben Sie auch entkoffeinierten Kaffee?“

Die junge Kellnerin runzelte die Stirn. „Meinen Sie koffeinfreien Kaffee?“

Ich war verwundert. Ja, NATÜRLICH meinte ich genau den. Ich antwortete sehr deutlich: „Ja, genau, den meine ich.“ Sie nickte, drehte sich um – und ich vertraute.

Der Kaffee schmeckte wunderbar. So wunderbar, dass ich noch eine zweite Tasse bestellte. Was ich nicht ahnte: In diesem Moment hätte ich skeptisch werden sollen. Hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen. Denn ihre Unsicherheit war eigentlich das Warnsignal.

Zwei Tassen später lag ich mit hämmerndem Kopf, flauem Magen und rasendem Puls in der Badewanne.
Mein Körper rebellierte. Zwei Tassen hatten gereicht, um mein ganzes System durcheinanderzubringen.

Und während ich da lag, kam mir ein Gedanke:

Wie oft machen wir das geistlich genauso?
Wir hören die leise Warnung – und übergehen sie. Wir spüren, dass uns etwas nicht guttut, aber wir reden es uns schön.

„Wird schon nicht so schlimm sein“, denken wir. Und verdrängen das Zögern, das uns eigentlich schützen will.

📖 „Mancher hält seinen Weg für den richtigen – und läuft geradewegs in die Irre.“
– Sprüche 16,25 (Hoffnung für alle)

Es schien richtig, dieser Kellnerin zu vertrauen. Aber die Folge war bitter. Und so ist es manchmal auch im Leben: Wir verlassen uns auf fremde Stimmen – statt auf die Weisheit, die Gott längst in uns gelegt hat.

Doch genau dort setzt Gottes Gnade an.
Nicht erst, wenn wir alles richtig machen, sondern mitten in unseren Irrtümern.

Denn selbst aus dem, was uns schwächt oder aus der Bahn wirft, kann Gott etwas Gutes entstehen lassen – eine Erkenntnis, die uns wacher, achtsamer und weiser macht.

Er sagt nicht: „Ich hab’s dir doch gesagt“,
sondern: „Ich bin da. Und ich helfe dir, daraus zu lernen.“

💛 Dein Herzensmoment heute

Wo überhörst du vielleicht gerade eine leise Warnung? Welche Stimme in dir mahnt dich zur Ruhe – und du hörst trotzdem nicht hin?

Ich lade dich ein, heute ehrlich hinzuhören. Nicht aus Angst, sondern aus Liebe zu dir selbst – und im Vertrauen auf einen Gott, der weiß, was dir wirklich guttut.

Mit herzlichen Grüßen und ohne Zittern,

14. November 2025

🐧 Was wir von Pinguinen lernen können

200 km/h Wind. Minus 60 Grad. Und wochenlang keine Sonne. Wenn du in der Antarktis überleben willst, brauchst du mehr als dickes Fell.

Pinguine zum Beispiel haben einen Trick: Sie rücken zusammen. Dicht an dicht, Kopf an Kopf. In der Mitte entsteht Wärme – am Rand ist es bitterkalt. Aber keiner bleibt außen. Sie wechseln sich immer wieder ab. Die, die frieren, dürfen in die Mitte. Die, die warm sind, rücken nach außen.

„Überleben als Gemeinschaftsleistung.“

Ich hätte nie gedacht, dass dieses Bild mal so nah an meinem Alltag sein würde.

❄️ Wenn das Leben plötzlich kalt wird

Die Heizung meiner Mutter (87) ist kaputt. Erst fiel sie nur manchmal aus. Dann blieb es ganz kalt. Seit fünf Tagen wird repariert und gerätselt, scheinbar ist zudem der Motor defekt. Das Ersatzteil ist irgendwo unterwegs. Seit zwei Nächten gab es kein bisschen Wärme.

Und ja, ich war sauer.

Sauer, dass man eine alte Dame tagelang im Kalten sitzen lässt. Sauer, dass trotz unserer Anrufe nichts schneller geht. Sauer, weil Kälte für eine 87-Jährige nicht einfach unangenehm ist. Sie ist gefährlich.

Aber dann kam etwas anderes.

🐧 Unsere kleine Pinguin-Gruppe

Wir als Familie haben uns zusammengesetzt: Wer hat eine Idee? Wer bringt was mit? Wer kann was organisieren?

Und plötzlich war da Zusammenarbeit. Einer besorgt den Heizstrahler. Der nächste baut ihn auf. Ein anderer stellt die Möbel um. Wir haben uns wie Pinguine um sie gestellt. Und die Wärme, die dabei entstanden ist, war mehr als eine Gradzahl. Es war: Du bist nicht allein.

🇺🇦 Kälte im Krieg

Fast zeitgleich habe ich an einem Artikel für unsere LOGOS-Zeitung gearbeitet. Thema: Ukraine. Auch dort fällt die Heizung aus. Auch dort frieren Menschen. Aber dort ist es kein organisatorisches Problem. Kein Missverständnis. Kein „Das Ersatzteil kommt morgen“. Dort ist es Krieg.

Bomben treffen gezielt Heizkraftwerke und Stromleitungen. Und selbst wenn Wärme möglich wäre: Viele Familien schalten sie nicht ein. Weil sie sich entscheiden müssen: Heizen oder Medikamente? Satt werden oder Strom haben? Für alles reicht das Geld nicht. Plötzlich wurde mir klar: Mein Ärger ist klein. Meine Dankbarkeit groß.

❤️ Wärme ist mehr als Temperatur

Denn Wärme kommt nicht nur aus der Heizung. Sie entsteht da, wo Menschen sich umeinander kümmern. Wo jemand fragt: Wer steht gerade am Rand?

Und wer darf in die Mitte? So wie die Pinguine es tun. Nicht aus Pflicht. Sondern aus Liebe.

🎁 Unsere Ukraine-Weihnachtsaktion

Nächsten Monat beginnt unsere große Ukraine-Weihnachtsaktion. Wir verteilen Holzbriketts, haltbare Lebensmittel und Hoffnung – in Kartons.

Vielleicht bist du jemand, der mitpackt. Vielleicht nicht. Aber vielleicht bist du heute einfach jemand, der sich fragt:

„Wer in meinem Leben steht gerade am Rand?“

Und was wäre, wenn ich ihn – oder sie – für einen Moment in die Mitte lasse? Denn Geborgenheit ist kein Luxus. Sie ist überlebenswichtig. Für Pinguine. Und für uns.

Gemeinsam gegen die Kälte,
deine

7. November 2025

Was will er von uns?

Es war ein lauer Sommerabend, einer dieser friedlichen, in denen die Welt für einen Moment stillzustehen scheint. Mein kleiner Neffe hüpfte durch den Garten – leichtfüßig wie ein Rehkitz, das nichts als Freiheit kennt. Sein Lachen hing noch in der Luft, als er sich atemlos auf meinen Schoß fallen ließ. Sechs Jahre alt, mit geröteten Wangen und leuchtenden Augen – so saß er da, während die Dämmerung langsam das Licht verschluckte.

„Schau mal, da oben – ein Stern!“, sagte ich und zeigte in den Himmel.
Er riss die Augen auf, entdeckte ihn – und fragte sofort: „Wer hat den da hingemacht?“
„Das war Gott.“

Und damit war das Staunen eröffnet. Fragen sprudelten aus ihm heraus, eine jagte die nächste. Ich sagte: „Gleich kommt noch ein Stern.“
„Echt?“ – wieder suchte er den Himmel ab, wieder fand er ihn. Und ich versprach: „Wenn du noch ein bisschen wartest, wird der ganze Himmel voll sein – so viele Sterne, dass du sie nicht mehr zählen kannst.“

Er wartete. Ganz still. Und dann – da ging es los. Der Himmel füllte sich. Stern um Stern blinkte auf, wie kleine Funken der Ewigkeit. Und je mehr es wurden, desto aufgeregter wurde der Kleine. Plötzlich hielt ihn nichts mehr – er sprang auf, rannte los, sprang wieder durch den Garten.

Ein paar Minuten später kam er angerannt. Das Gesicht glühte vor Aufregung, die Worte platzten aus ihm heraus:
„Claudia, Claaaauuuudiiiiiaaa! Ich habe GOTT gesehen!“

Jetzt war ich diejenige, die vor Überraschung fast vom Stuhl kippte. „Wo?“
Er zeigte auf das dunkle Waldstück am Ende des Gartens. Und dann kam sie – die Frage, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:
„Was will er von uns?“

Was will Gott eigentlich von uns?

Eine einfache Frage – aber selbst Theologen kommen dabei in Schwitzen. Weil der Glaube eine solch große Fülle hat. Ist es Errettung? Gehorsam? Hingabe? Glaube? Mission? Beziehung zu Gott? Oder doch etwas ganz anderes?

Mir hat mal jemand gesagt:
„Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache die Hauptsache bleibt.“
Aber was ist die Hauptsache?

Er will dein Herz.
So schlicht. So radikal.

In 1. Timotheus 2,4 steht: „[Gott] will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
Und wie beginnt das? Indem wir ihm unser Herz geben.

Ein Schriftgelehrter fragte Jesus einmal: Welches ist das höchste Gebot?
Und Jesus antwortete:
„Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken.“ (Lukas 10, 27)

Das ist der Kern. Das ist, worauf alles andere aufbaut. Das ist, was zählt.

Vielleicht ist das die richtige Frage für genau diesen Tag:
👉 Was hindert mich gerade daran, mein Herz ganz Gott zu geben?

Vielleicht ist es Ablenkung. Vielleicht ist es Angst. Vielleicht ist es nur Müdigkeit. Aber was wäre, wenn du heute neu sagst: „Ich bin hier. Und mein Herz gehört dir.“

Sag es ihm. Einfach. Ohne fromme Worte. Aber ehrlich.

Hab ein schönes Wochenende – und vergiss nicht, wem du dein Herz anvertrauen darfst,

Deine

PS: Was mein Neffe da im Wald gesehen hat? Vermutlich den Mond. Vielleicht auch nur einen hellen Lichtfleck zwischen den Bäumen. Oder sogar mehr als ich mir vorstellen kann. Was auch immer es war – ich werde diesen Moment nie vergessen.

31. Oktober 2025

Diese Entdeckung hat mich echt umgehauen

Warum du stärker bist, als jeder Sturm

Hallo du, nach meinem Vortrag in Bonn letzten Samstag war ich sehr begeistert. So viele Aha-Momente der Zuhörer. So viele „Das hab ich so noch nie gesehen!“. Und einen davon will ich dir heute unbedingt weitergeben – weil er mir selbst nicht mehr aus dem Kopf geht.

Es geht um Palmen. 🌴 Genauer gesagt: um das, was sie in einem Hurrikan tun.

Palmen werden bei einem schweren Sturm so stark gebogen, dass ihre Spitzen fast den Boden berühren. Und trotzdem: Sie brechen nicht. Sie federn zurück. Und – das ist der Wahnsinn – sie gehen sogar gestärkt aus dem Sturm hervor. Ja, du hast richtig gelesen: Der Sturm macht sie stärker.

Wie das geht?
Palmen haben keinen harten Stamm wie andere Bäume. Sondern einen Kern aus flexiblen Fasern, der sich biegen kann, ohne zu brechen. Und ihre Krone? Die wehrt sich nicht. Ihre Wedel neigen sich mit dem Wind – und bieten ihm dadurch kaum Angriffsfläche.

Und jetzt halt dich fest.
In Psalm 92,12 vergleicht Gott Menschen, die ihm nachfolgen, mit – genau – einer Palme. Im Hebräischen steht da sogar: Dattelpalme. Sie steht für Stärke, Schönheit, Beständigkeit, Fruchtbarkeit. Für Standhaftigkeit. Und Flexibilität.

Du bist also nicht gemacht, um im Sturm umzukippen. Du bist gemacht, um durch den Sturm hindurchzugehen. Dich zu biegen – aber nicht zu brechen. Und danach aufzustehen. Rückzufedern. Stärker als vorher.

Weißt du, wie man das nennt? Resilienz. Das lateinische Wort „resiliere“ bedeutet genau das: zurückspringen. Gänsehaut, oder?

Das Leben zieht uns manchmal ganz schön runter. Vielleicht steckst du gerade mittendrin. Oder du schaust zurück auf eine Phase, in der du fast nicht mehr konntest. Vielleicht ahnst du, dass da noch was kommt.

Was auch immer gerade auf dich zukommt: Du darfst dich erinnern, wozu du gemacht bist.

Nicht zum Abknicken. Sondern zum Rückfedern.

Und weißt du, was dir hilft? Zuversicht. (Mein Lieblingswort, falls du dich erinnerst.)

Die Bibel beschreibt Zuversicht so: „Ein fester Glaube daran, dass etwas Positives geschieht.“

Das ist nicht naiv. Das ist nicht „Positives Denken light“. Das ist kraftvolles Vertrauen.

Und genau deshalb warnt uns die Bibel: „Werft eure Zuversicht nicht weg – sie bringt einen großen Lohn mit sich.“

Warum sollte Gott das sagen? Weil wir dazu neigen, sie zu verlieren. Gerade dann, wenn alles drunter und drüber geht. Aber genau dann brauchen wir sie am meisten.

Also: Wirf deine Zuversicht nicht weg. Pflege sie. Füttere sie. Stell sie ins Licht.

Lenk deine Gedanken neu – auf das Gute, Wahre, Schöne. (Siehe Philipper 4,8)

Was du diese Woche tun kannst

  • Schau ehrlich auf deinen Sturm. Wo bist du gerade besonders gefordert?
  • Frag dich: Was würde Zuversicht in dieser Situation tun?
  • Schreib dir einen Satz auf, der dich zurückfedern lässt – und häng ihn an deinen Spiegel.
    Zum Beispiel: „Ich werde das mit Gottes Hilfe schaffen.“
    Oder: „Ich darf mich biegen – aber ich werde nicht brechen.“

Ich bete, dass du heute genau das spürst.

Von Herzen,
Deine zuversichtliche

PS: PS: Wenn du mehr über Resilienz erfahren möchtest, dann komm doch in mein nächstes Webinar am 25. November 2025 von 19 – 20 Uhr per Zoom. Zur Anmeldung schreib mir eine E-Mail ([email protected]). Ach, und ganz wichtig: es kostet nix.

24. Oktober 2025

Die Kiste, die mein Herz aufbewahrte

Und wie ich sie fünf Jahre lang nicht öffnen konnte.

Mein Highlight der Woche? Ganz klar mein 18. Hochzeitstag am Montag. Wer liebt denn keine außergewöhnlich schöne Liebesgeschichte? Hier habt ihr sie. Aber heute schreibt sie ausnahmsweise mal mein Mann. Applaus für Kevin!

„Es war nur eine Kiste. Nicht besonders groß, nicht besonders schön – einfach ein alter Karton mit Klebeband. Aber er hatte Gewicht. Emotionales Gewicht. Denn darin lag meine Zeit in Deutschland: Briefe, Fotos, Notizen, Zugtickets. Ich konnte sie nicht öffnen. Nicht damals.

Als US-Amerikaner hatte ich in Deutschland für eine Hilfsorganisation gearbeitet, mein Deutsch verbessert, Freunde gefunden und mich in ein Land verliebt, das ich vorher nur aus Büchern kannte. Und plötzlich war ich nicht mehr nur Beobachter – ich war Teil davon.

Doch mein ganzes Abenteuer hing an zwei fragilen Dokumenten: Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis. Beide voneinander abhängig. Keine Arbeit – kein Aufenthalt. Kein Aufenthalt – keine Arbeit. Ein perfekter bürokratischer Kreis.

Als meine Erlaubnis nach einem Jahr nicht verlängert wurde, musste ich gehen. Regeln sind Regeln. Besonders in Deutschland.

Ich wollte bleiben. Irgendwo zwischen Zugfahrten, Begegnungen und Gesprächen hatte ich begonnen, mir eine Zukunft dort vorzustellen. Im Flugzeug dachte ich nur: Ich komme wieder – aber wann?

Zurück in Virginia arbeitete ich bei einem Freund im Handwerk. Äußerlich war alles gut. Aber die Kiste aus Deutschland blieb zu – fünf Jahre lang. Hoffnung und Herzschmerz zugleich.

„Pack sie aus“, sagte mein Freund Steve. „Wenn du nicht im Jetzt lebst, wirst du nie ganz da sein.“ Aber ich konnte nicht. Noch nicht.

Erst im Herbst 2005 – an einem kühlen Nachmittag – tat ich es. Ich öffnete die Kiste. Der Geruch von Papier und Zeit stieg mir entgegen. Und plötzlich war ich wieder da: in kleinen Cafés, Zügen voller Abenteuer, Gesprächen, die mein Denken geprägt hatten.

Drei Monate später kam eine E-Mail. Von einer alten Freundin aus Deutschland. Aus einer Nachricht wurden viele. Aus Texten wurden nächtelange Telefonate.

Ihre Stimme war fesselnd, ihr Lachen vertraut. Ich wusste, dass sie schön war. Aber in diesen Gesprächen erkannte ich, wie außergewöhnlich sie war – tief, echt, geerdet. Und genau das machte sie für mich unwiderstehlich.

Bis Dezember war aus unserer wiederaufgelebten Freundschaft eine Liebe geworden – langsam gewachsen, unerwartet gekommen und doch ganz und gar.

Im Sommer 2007 kehrte ich zurück nach Deutschland – nicht mit Arbeitserlaubnis, sondern mit einem Ziel. Und einem Antrag.

Claudia und ich heirateten am 20. Oktober – ein sonniger Tag voller Freude. Heute leben wir in dem kleinen Dorf, wo alles begann.

Und die Kiste? Die habe ich längst ausgepackt. Denn mein Blick geht nach vorn – mit ihr an meiner Seite.“

(Kevin Black)

Was bleibt:

Manchmal ist das, was uns zurückhält, nicht die Vergangenheit – sondern unsere Angst, sie loszulassen. Vielleicht hältst du auch noch an einer „Kiste“ fest – etwas, das du nicht loslassen kannst, weil du denkst, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Oder weil du fürchtest, dass das Beste schon hinter dir liegt.

Aber: Hoffnung lässt sich nicht einsperren. Vielleicht liegt deine nächste beste Erinnerung nur einen Tag entfernt. Öffne die Kiste. Und sieh, was Gott längst vorbereitet hat.

Herzlich, Deine

19. September 2025

Runterkommen! Aber wie???

Meine 5 Wege, um Stress abzuschütteln

Freitagabend, 17:38 Uhr. Es war der 17. Oktober 2025. Ich hatte offiziell Urlaub. Endlich.

Ich setzte mich auf die Terrasse, Sonnenbrille auf, Blick in die Abendsonne – und wollte einfach nur entspannen. Wochen voller Termine, Texte, E-Mails, Kopfweh. Und jetzt: Ruhe. Dachte ich.

Doch mein Körper hatte andere Pläne. Ich war total verspannt, die Augen brannten, der Kopf dröhnte. Ich konnte nicht abschalten. Gefühlt hundert E-Mails geschrieben, Briefe und Blogbeiträge getippt, sechs Stunden nonstop am Bildschirm.

Vor dem Urlaub staut sich die Arbeit ja immer – aber diese Anspannung fühlte sich an wie eine überladene Stromleitung. Ich wusste: Ich muss irgendwie diesen Stress loswerden. Aber wie?

Wie kann ich JETZT entspannen?

Ich kramte nach Lösungen – schließlich bin ich Resilienzcoach und habe für alle irgendwas im Werkzeugkasten. Nur bei mir selbst... ist das mit der Anwendung manchmal so eine Sache.

Aber gut. Erst mal die Basics:

  1. Gedankenwelt:
    Stress beginnt und endet im Kopf. Ich sagte mir selbst: „Du darfst jetzt loslassen.“ Und: Ich brauchte eine neue Umgebung. Weg vom Computer – also war die Terrasse immerhin ein Anfang.
  2. Sinne ansprechen:
    Was sehe ich? Was rieche ich? Was spüre ich auf der Haut? All das hilft, wieder im Moment anzukommen.
  3. Bewegung:
    Wenn sich alles anfühlt wie unter Strom, hilft oft nur: Bewegung. Sie wirkt wie ein Blitzableiter. (Und nein, der Weg vom Schreibtisch zur Kaffeemaschine zählt nicht.)
  4. Reden – aber nicht über die Arbeit:
    Sprich aus, was dich bewegt – aber leg ein Tabu fest: Arbeit ist jetzt nicht dran. Und falls die To-do-Liste trotzdem durch den Kopf galoppiert: Schreib dir Stichworte auf, steck sie in einen Umschlag. Später. Nicht jetzt.
  5. Wasser!
    Wasser trinken. Duschen. Baden. Noch besser: Schwimmen. Das Wasser trägt dich, nimmt dir Druck, schenkt Schwerelosigkeit. Aber klar – nicht jeder hat Badewanne, Schwimmbad oder See direkt ums Eck. Deshalb: nutz deine Vorstellungskraft. Die ist mächtiger, als du denkst.

Ich stellte mir also vor, ich wäre in einem lauwarmen See, umgeben von Natur. Ich ließ mich treiben. Die Gedanken – loslassen. Die Schultern – loslassen. Die Verantwortung – loslassen.

Und weißt du was? Es funktionierte. So gut, dass ich dachte: Das schreib ich auf. Also rannte ich ins Haus, Laptop auf, Text getippt.

Und als ich fertig war? War die Sonne weg. Versteckt hinter dem Nachbarhaus.

Ernsthaft??? Ich war also wieder am Computer gelandet und hatte meine erste Urlaubsstunde mit Schreiben verbracht. Na gut. Ab zurück in meinen imaginären See. Durchatmen. Loslassen. Und nächstes Mal: besser machen.

Was du heute tun kannst

Such dir deinen See. Ob real oder nur in Gedanken – gönn dir einen Moment, in dem du getragen wirst.

Ich wünsche dir stille Momente – und einen Kopf, der weiß, wann Pause ist.

Bis bald,

10. Oktober 2025

Eine Woche zu früh – oder ein Leben zu spät

Gestern, 11:03 Uhr. Die Nachricht kommt über WhatsApp: „Wir stehen kurz vor der Grenze nach Polen. Bitte bete.“

Ich bete. Und warte. Ich weiß, wie knapp das ist. Nicht nur geografisch – auch gesetzlich. Denn in der Ukraine gilt jetzt: Männer ab 23 dürfen das Land nicht mehr verlassen. Er wird nächsten Donnerstag 23. Eine Woche zu früh – oder ein Leben zu spät.

Jetzt oder nie

Die junge Frau – nennen wir sie Irina – kenne ich seit zwei Jahren. Sie arbeitete bei unserer christlichen Partnerorganisation von LOGOS in der Ukraine als Projektmanagerin, ist ausgebildete Englischlehrerin. Sie hat uns regelmäßig Fotos und Berichte geschickt – von kriegsversehrten Waisenkindern, die durch unsere Hilfe neue Hoffnung schöpfen konnten.

Jetzt war sie es, die Hilfe brauchte. Ganz persönlich. Ihr Mann – ein junger Elektriker – hat bald Geburtstag. Und wenn er erst 23 ist, darf er nicht mehr ausreisen.

Ich habe eine Unterkunft gesucht, eine möblierte Wohnung gefunden. Betten bezogen, ein Kinderbett und eine Wippe organisiert – das Baby ist wenige Monate alt. Ich habe Tipps für die Behördengänge gegeben und werde sie begleiten. Vor allem aber war ich da. Immer erreichbar. Und bin es auch jetzt.

Während der wochenlangen Begleitung und Vorbereitung der Flucht musste ich an meine Eltern denken – beide Flüchtlingskinder. Mein Vater war fünf, als er im Zweiten Weltkrieg für immer seine Heimat verlassen musste.

Auch diese junge Familie ist gerade vor Krieg, Zerstörung, Tod, Leid und Unsicherheit geflüchtet. Und sie haben etwas mitgebracht, das in keinem Koffer Platz findet: Hoffnung.

Sie wollen nicht nur überleben – sie wollen etwas geben

Sie sind bescheiden, ehrlich und dankbar. Sie haben nie gefragt: „Was steht mir zu?“ – sondern: „Wie können wir uns einbringen?“

Gestern an der Grenze: die Nachricht, das Warten, das Gebet – und schließlich: „Wir durften durch.“

Wenn Menschlichkeit einen Namen hat

Ich weiß: Das Thema ist aufgeladen. Viele in Deutschland sind müde, misstrauisch oder einfach erschöpft. Aber weißt du, was mir in dem Moment durch den Kopf ging?

  • Wenn jemand nicht fragt, woher du kommst,
  • sondern fragt: Wo schläfst du heute Nacht?

Dann beginnt Hoffnung. Nicht politisch. Sondern ganz persönlich. In einer bezogenen Matratze. In einem Kinderbettchen. In einem Gebet mitten im Alltag.

Deine Herzensmomente heute

Vielleicht kommst auch du mal an eine Grenze. Vielleicht hast du einen Traum – aber dir fehlt der Mut. Vielleicht brauchst du Starthilfe. Oder jemanden, der sagt: „Du musst das nicht allein schaffen.“

Eines weiß ich gewiss: Jeder Mensch ist irgendwann im Leben auf die Hilfe anderer angewiesen. Und ich habe für mich entschieden: Ich möchte eine von denen sein, die helfen. Du nicht auch?

*Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

Von Herzen

PS: Wenn du für Menschen wie Irina und ihre Familie beten möchtest – danke von Herzen.
Und wenn du unsere laufende Hilfe in der Ukraine unterstützen willst, findest du hier weitere Informationen:  „Ukraine – unsere Hilfe bleibt“ .

3. Oktober 2025

Lasst uns über Geld reden

Neulich las ich in unserer Tageszeitung einen Beitrag in eigener Sache. Die Waldecksche Landeszeitung kündigte an, dass das Abo ab sofort 49,90 Euro im Monat kostet – eine Preissteigerung um 15 Prozent. Begründet wurde das mit gestiegenen Papierpreisen, Energie- und Transportkosten, Mindestlohn. Alles nachvollziehbar.

Beim Lesen habe ich automatisch den Vergleich gezogen: Was wäre, wenn wir als gemeinnütziges Hilfswerk so einen Brief verschicken würden?

„Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, ab dem 1. November müssen Sie Ihre Spende um 15 Prozent erhöhen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

Ich musste nicht lachen – aber ich dachte: So funktioniert das bei uns nicht. Und so darf es auch nicht funktionieren. Denn Spenden sind freiwillig. Ohne Pflicht. Ohne Gegenleistung. Oder…?

Ist eine Spende wirklich ohne Gegenleistung?

Ganz und gar nicht. Eine Spende bei LOGOS lindert Not, schafft Bildung, ermöglicht Hilfe zur Selbsthilfe – und bringt Ausgleich in eine Welt, die an vielen Stellen aus der Balance geraten ist. Denn niemand sucht sich aus, ob er auf der Schattenseite oder der Sonnenseite des Lebens geboren wird.

Jesu Blick aufs Geben

Und genau hier wird es geistlich spannend. Jesus spricht oft übers Geben. Und er sagt Dinge, die unseren Kopf schütteln lassen – und unser Herz aufhorchen:

  • Wer gibt, wird beschenkt.
  • Wer schwach ist, kann stark sein.
  • Wer der Letzte ist, wird der Erste sein.

Manche nennen das paradox. Ich nenne es: ein anderes Reich. Eines, in dem nicht das zählt, was auf dem Kontoauszug steht – sondern das, was im Herzen wächst.

Die Bibel sagt: „Wer dem Armen gibt, leiht dem Herrn.“ (Sprüche 19,17) Du gibst – und Gott selbst hält deine Gabe in den Händen.

Weisheit statt Reichtum

Der König Salomo durfte sich etwas wünschen (siehe 1. Könige 3). Er wählte nicht Geld. Sondern Weisheit. Und bekam beides.

Denn Weisheit ist mehr als eine gute Entscheidung – sie zeigt sich in kleinen, stillen Momenten:

  • wenn wir lieber geben als klagen
  • wenn wir für ein Kind beten, das wir nicht kennen
  • wenn wir kurz unsere Bequemlichkeit verlassen, um Hoffnung zu schenken

Was dein Geben bewirkt

Vielleicht geht es heute nicht darum, mehr zu geben. Sondern darum, dir wieder bewusst zu machen, was dein Geben bewirken kann. Nicht aus Zwang, sondern aus einem weisen Herzen heraus.

Denn: Es geht nicht um den Betrag. Es geht um den Unterschied, den er macht. Und manchmal liegt der größte Reichtum nicht auf dem Konto, sondern in einem Herzen, das bereit ist zu geben.

Von Herzen, deine reich beschenkte ✨

PS: Wenn du für Menschen wie Irina und ihre Familie beten möchtest – danke von Herzen. Und wenn du unsere laufende Hilfe in der Ukraine unterstützen willst findest du hier Infos „Ukraine – unsere Hilfe bleibt“.

Wenn du Rasen säst und Weizen erntest

Vor ein paar Wochen stand mein Mann im Garten – die Sonne schien, der Boden war frisch aufgelockert, und der Rasensamen lag bereit. Plattwalzen, düngen, säen, wässern – alles wie aus dem Lehrbuch. Wir waren gespannt, wie bald wohl der erste Hauch von englischem Rasen zu sehen sein würde. Sattgrün, dicht, perfekt.

Und dann kam’s anders. Schon nach wenigen Tagen reckte sich das erste Grün aus der Erde. Aber es sah … anders aus. Nicht fein und niedrig, sondern grob, aufrecht – fast wie kleine Fremdkörper im Beet. Kein Rasen, sondern: Weizengras!

Wir haben laut gelacht. Rasen gesät, Weizen geerntet. Offenbar war in der Erde, die wir verwendet hatten, noch etwas Altes mit drin – etwas Altes, das sich einfach vorgedrängt hat. Ein paar Tage später kam dann doch der erste zarte Rasen durch – dünn, hellgrün, noch ein bisschen schüchtern. Der Weizen steht noch immer dazwischen. Aber der Rasenmäher wird sich schon drum kümmern.

Bis dahin erinnert uns dieser Weizen jeden Tag daran: Manchmal wächst etwas, das wir nie bestellt haben. Und das Leben sieht anders aus, als wir es geplant hatten.

Wenn Gottes Saat anders aussieht

So ist es doch oft auch im Glauben. Wir säen Vertrauen. Wir investieren Zeit, Hingabe, Gebet. Und wir hoffen auf ein klares Ergebnis: Ordnung, Frieden, Fortschritt. Aber dann kommt alles anders.

  • Es wachsen Umwege.
  • Alte Themen tauchen wieder auf.
  • Verzögerungen.
  • Sorgen, von denen wir dachten, sie wären längst überwunden.

Und statt dem Neuen steht plötzlich wieder das Alte vor uns – ungebeten, fehl am Platz, aber da. Dann heißt es: nicht in Panik verfallen. Denn auch wenn der erste Blick uns irritiert – Gott weiß, was er tut. Der Rasen ist längst gesät. Was er begonnen hat, wird wachsen. Langsam. Im Verborgenen. Verlässlich.

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.“ (Jesaja 55,8)

Ganz praktisch für die Woche

Vielleicht darfst du in den kommenden Tagen einfach kurz schmunzeln, wenn mal wieder alles anders läuft, als du es geplant hattest. Und dann innerlich sagen: „Okay, Herr – das ist jetzt wohl mein Weizen im Rasen.“

Erinnere dich daran: Nur weil das Alte zuerst sichtbar wird, heißt das nicht, dass das Neue nicht kommt. Es ist schon da – nur eben noch im Werden.

Von Herzen, Deine ✨

Gibt es gesunden Egoismus?

Auf dem Land zu wohnen hat viele Vorteile. Ruhe zum Beispiel. Vögel statt Verkehrslärm. Weite statt Enge. Aber in letzter Zeit war es damit vorbei. Bei uns im Dorf – genauer gesagt in unserer Straße – wird gerade viel gebaut. Grundstücke werden erschlossen, neue Häuser entstehen, es wird gebaggert, gesägt, geschliffen, gehämmert, gewalzt … Ein einziger Baustellen-Soundtrack.

Ich arbeite viel von zu Hause aus – und hab’s manchmal fast nicht mehr ausgehalten. Ich war richtig genervt. Und dann – vor ein paar Tagen – kam der Bagger zu uns. Auf unserem Grundstück sollte es endlich weitergehen: Muttererde für den neuen Rasen.

Und plötzlich klang der Bagger wie Musik in meinen Ohren. Da hab ich mich echt ertappt gefühlt. War das jetzt egoistisch? Ich hab mich gefragt: Gibt es eigentlich so etwas wie gesunden Egoismus?

Ich hab angefangen zu suchen, auch in der Bibel. Und bin auf einen wichtigen Unterschied gestoßen: Gesunden Egoismus gibt es nicht.

Denn Egoismus ist per Definition selbstbezogen und lieblos. Aber Selbstfürsorge – oder nennen wir es Selbstliebe – ist etwas anderes. Sie ist nicht nur erlaubt. Sie ist geboten. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Markus 12,31)

Das steht da nicht aus Versehen. Und nicht als nette Ergänzung. Sondern als Voraussetzung. Denn wie willst du andere liebevoll behandeln, wenn du selbst auf dem Zahnfleisch gehst? Wie willst du geben, wenn du nichts mehr in der Hand hast?

Was Jesus uns vorlebt

Jesus selbst hat es vorgemacht: Er zog sich zurück. Er suchte die Stille. Er betete. Er ruhte sich aus.

Nicht, weil er schwach war – sondern weil er wusste: Wer leuchten will, braucht Öl in der Lampe. Wer geben will, muss empfangen.

Diese Momente der Fürsorge für sich selbst waren kein Luxus. Sie waren nötig. Und das gilt auch für uns.

Ein kleiner Reminder für dich

Vielleicht klingt dein Alltag gerade wie eine Dauerbaustelle:

  • Laut, voll, getaktet
  • Erwartungen von allen Seiten
  • Keine Pause in Sicht

Dann darfst du dich heute erinnern: Du bist keine Maschine. Nicht dafür gemacht, pausenlos zu funktionieren. Nicht geschaffen, um ständig zu leisten.

❤️ Du bist ein geliebtes Kind Gottes. Mit Bedürfnissen, mit Grenzen, mit Sehnsucht nach Ruhe. Und ja – du darfst dich um dich selbst kümmern. Nicht egoistisch. Sondern aus Liebe. Damit du überhaupt lieben kannst.

Vielleicht stellst du dir heute einfach mal diese Frage: Was würde ich tun, wenn ich mich selbst wie meinen besten Freund behandeln würde? Und dann: Tu genau das.

Von Herzen, deine ✨

Ei oder Kartoffel – Was macht das Leben mit dir?

Puh, die Woche war voll. Termine, To-dos, unschöne Überraschungen. Und dann lese ich diese Geschichte – und bleibe hängen. Sie geht mir mitten ins Herz.

Es geht um den meist tätowierten Mann Brasiliens. 95 % seines Körpers waren mit 170 Motiven übersät – von Kopf bis Fuß. Ein wandelndes Kunstwerk, sagen die einen. Ein Schockbild, sagen die anderen. Jetzt lässt er sie entfernen. Stück für Stück. Sitzung für Sitzung. Mit dem Laser. Man sagt: Es tut sogar mehr weh als das Stechen selbst.
Warum er sich das antut?

Weil er zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat. Und weil die Hülle, die er sich gebaut hatte, nicht mehr zu dem passte, was innen passiert war. Sein Inneres war neu geworden. Sein Äußeres aber erzählte noch die alte Geschichte. Und das wollte er nicht mehr.

Außen hart – innen weich

Als ich das las, dachte ich an etwas ganz Alltägliches: ein Ei und eine Kartoffel im kochenden Wasser. Beide landen in derselben Situation. Beide erleben denselben Druck, dieselbe Hitze. Und doch passiert etwas völlig Unterschiedliches:

  • Das Ei wird hart.
  • Die Kartoffel wird weich.

Der Unterschied liegt nicht im Wasser, sondern im Inneren. So ist es auch mit uns. Manche Situationen lassen uns hart werden – unnahbar, verschlossen. Andere machen uns weich – empfänglich, verletzlich, veränderbar.

Stärke ist nicht gleich Härte

Manchmal denken wir: Stärke bedeutet, eine harte Schale zu haben. Aber das stimmt nicht unbedingt. Das Ei wirkt robust – aber wenn du es anschlägst, springt es. Zerbrechlich trotz seiner Härte.

Die Kartoffel dagegen wirkt rau und unscheinbar. Doch in der Hitze verändert sie sich so, dass sie Nahrung schenkt, satt macht, ein Segen für andere wird. Vielleicht ist wahre Stärke nicht Härte – sondern die Bereitschaft, weich zu werden. Formbar zu bleiben.

Wenn Gott am Herd steht

Der Mann aus Brasilien zeigt mir: Veränderung ist möglich. Auch wenn sie schmerzhaft ist. Auch wenn sie Zeit braucht. Und auch wenn die Hitze manchmal kaum auszuhalten scheint.

Aber Gott steht am Herd. Er lässt das Wasser nicht sinnlos kochen. Er weiß, wie viel Hitze nötig ist – nicht zu viel, nicht zu wenig. Und er sieht das Ziel. Und er bleibt dabei.

„Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein.
Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht brennen –
die Flamme wird dich nicht versengen.“ (Jesaja 43,2)

Was für ein Versprechen. Nicht: Du wirst verschont. Aber: Du wirst begleitet. Gehalten. Getragen.

Dein Herzensmoment ❤️

Vielleicht stehst du gerade selbst im heißen Wasser. Fühlst den Druck. Fragst dich, wann es endlich aufhört. Dann frag heute nicht nur: „Wie heiß ist mein Wasser?“ Frag: „Was will Gott in mir sichtbar machen?“

Denn ob Ei oder Kartoffel – Gott wirft dich nicht achtlos ins Wasser. Er bleibt am Herd. Und er verwandelt dich so, dass dein Leben anderen zum Segen wird.

Tschüss, deine formbare ✨

5. September 2025

Wie der Feind in dein Zuhause kommt – und du es nicht merkst

Okay, okay – wir sprechen noch einmal über Spinnen. Diese typische Rollenverteilung kennst du bestimmt: Frau schreit, Mann kommt, Spinne wird entfernt – oder auch nicht. So läuft’s meistens auch bei uns zu Hause. Aber was vor zwei Wochen bei uns los war, das hatte nichts mehr mit „normaler Spinnenpanik“ zu tun.

Samstagabend. Schlafzimmer. Ich will ins Bett – und sehe sie: Eine dicke, schwarze Spinne, Durchmesser etwa 9 cm, neben meinem Bett. Meine Seele erschrak. So richtig. Die nächsten Nächte hab ich nur unter Gebet geschlafen. Mein Mann musste Agent spielen – jeden Abend alle Räume checken, bevor ich mich ins Bett traute.

Und dann? Fand er am nächsten Tag eine zweite – im Zimmer gegenüber. Sagte mir aber erst später davon. (Was ihn ehrt – und gleichzeitig keine gute Idee war.) Denn: „Wo eine ist, ist auch die zweite“, sagte meine Mutter immer.

Kein Zufall mehr

Ein paar Tage später – Samstagabend – Spinne Nummer drei. Wieder im Schlafzimmer. Noch größer. Noch näher. Wir dachten, das war’s. Bis mein Mann auf der Couch im Schlafzimmer lag, ich auf der anderen Seite – und ich sah sie plötzlich, 30 cm von seinem Kopf entfernt, an der Wand hochkrabbeln: Spinne Nummer vier. Ich konnte nicht mal schreien, so erschrocken war ich. Ich riss nur Mund und Augen auf – mein Mann sofort auf. Und sagte nur noch: „Jetzt reicht’s!“

Wir wohnen seit vier Jahren hier. In dieser Zeit gab es nur eine Spinne dieses Kalibers. Und jetzt vier innerhalb von zwei Wochen. Unser Sohn setzte noch einen drauf – durchsuchte die Zimmer (na klar!) – und fand die Fünfte. In der Küche.

Das war der Moment, in dem wir es nicht mehr nur als Zufall sehen konnten. Wir waren aufgebracht. Und wir waren uns einig: Das ist ein Angriff. Auf unsere Ruhe. Auf unseren Frieden. Und dann fiel der Groschen: In den zwei Wochen zuvor hatten wir den Garten neu angelegt – Rasensamen, Walze, Dünger. Alles in riesigen Kartons geliefert.

Und genau das war’s:
Karton = Spinnentaxi.

Monatelang in Lagerhäusern unterwegs, vielleicht aus Übersee, dunkel, warm – die perfekte Brutstätte. Wir hatten den Feind selbst ins Haus getragen. Und so schlich sich das Ungeziefer ein. Stück für Stück. Unsichtbar. Und plötzlich überall.

Warum ich dir das erzähle?

Weil der Feind nicht mit Ansage kommt. Manchmal reicht ein kleiner Spalt – und schon ist das da, was wir nie eingeladen haben. Nicht mit Getöse, sondern leise. Stück für Stück raubt er uns das, was uns am meisten schützt: Frieden, Freude, innere Ruhe.

„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu zerstören.“
(Johannes 10,10)

Was du daraus mitnehmen kannst:

  • ✅ Sei wachsam: Was lässt du in deinen Alltag, in deine Gedanken, auf deine Bildschirme?
  • ✅ Räume auf – geistlich wie praktisch. Bitte Gott um Klarheit und Wachsamkeit: Was darf gehen? Was wirkt harmlos, ist es aber nicht?

Und jetzt meine Frage an dich:

👉 Wo hast du in letzter Zeit etwas eingelassen, das dir gerade den Frieden raubt?
👉 Was wäre heute ein erster kleiner Schritt, um das zu stoppen – und wieder Raum für Gottes Frieden zu schaffen?

Ich freu mich, wenn du mir schreibst. Oder du nimmst dir einfach jetzt gleich fünf Minuten Stille, um diese Fragen mit Gott zu bewegen.

Sei behütet, deine ✨

PS: Warum hat Gott solche Tiere überhaupt erschaffen? Eine spannende Frage, die man ja mal in einem Blog vertiefen könnte. Ich weiß, ein paar Leute sehen diese kleinen Kriecherchen als nutzvolle Wesen, denen man nicht wehtun soll. Sicher gibt es auch Kontra-Argumente. Aber jetzt genießen wir erstmal eine spinnenfreie Zeit!

29. August 2025

Das Sommer-Rätsel am Autospiegel

Es ist eines dieser Rätsel des Sommers. Ein Phänomen, das jeden Autofahrer nervt – und über das kaum jemand spricht. Keine Schlagzeile, kein Aufschrei, kein Erklärvideo. Und doch ist es da. Jeden Morgen, jeden Abend, jedes Mal, wenn du ins Auto steigst: Spinnennetze am Außenspiegel.

Feine Fäden, die sich über Nacht gebildet haben, als hätten die Spinnen ein geheimes Bauprojekt gestartet. Und die Frage liegt auf der Hand: Warum immer dort? Warum nicht irgendwo sonst – sondern genau an diesem Spiegel?

Die Antwort ist überraschend – und geistlich gesehen eine echte Wucht.

🔍 Die Sache mit den Spiegeln

Spinnen sind im Sommer besonders aktiv, weil es jede Menge Insekten gibt. Sie bauen ihre Netze dort, wo sie am meisten Beute erwarten. Der Außenspiegel ist dafür ein echter Jackpot:

  • geschützt vor Wind und Regen,
  • selten gründlich gereinigt,
  • und vor allem: er reflektiert Licht – das zieht Insekten magisch an.

Die Spinne weiß: Hier lohnt sich das Netz.

💡 Was das mit uns zu tun hat

Jesus sagt in Matthäus 5:

„Ihr seid das Licht der Welt … So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

So wie der Autospiegel das Sonnenlicht reflektiert, sollen wir das Licht Gottes widerspiegeln. Nicht unser eigenes, sondern sein Licht in uns. Und genau wie die Insekten vom Spiegel angezogen werden, so zieht das göttliche Licht Menschen an – Menschen, die nach Hoffnung, Sinn und Liebe suchen.

Das Netz der Liebe

Die Spinne fängt Beute in ihrem Netz. Aber wenn wir Gottes Licht widerspiegeln, entsteht ein anderes Netz: das Netz der Liebe Gottes. Ein Netz, das nicht fängt, um gefangen zu nehmen – sondern das Menschen auffängt, die sonst ins Leere fallen würden. Ein Netz, das trägt, hält und rettet.

✨ Fazit:

Das nächste Mal, wenn dich ein Spinnennetz am Außenspiegel nervt, erinnere dich: Du bist berufen, Licht zu spiegeln. Und dieses Licht zieht Menschen in das tragende Netz von Gottes Liebe – ein Netz, das niemals reißt.

Bleib behütet im Netz seiner Liebe 🕸️❤️
Deine

15. August 2025

Wie blöd waren wir eigentlich? Jetzt wird’s richtig kurios

Was war früher für dich „normal“, was du heute nicht mehr glauben kannst? Diese Frage habe ich euch im letzten Blogbeitrag gestellt – und die Antworten waren einfach genial. Danke euch! Fürs Teilen, fürs Schmunzeln, fürs Erinnern. Danke für die ehrlichen, schrägen und teils berührenden Einblicke in eine Zeit, die … nun ja … anders war.

Und hier kommen eure Highlights:

  • Ohne Helm Mofa fahren – und stolz drauf sein.
    Sicherheitsausrüstung? Fehlanzeige. Ein Helm war was für Angsthasen – bis man jemanden kannte, der schwer gestürzt war.
  • Pelzmäntel – das Statussymbol der feinen Damen.
    Sie waren hoch angesehen, heute sind sie verpönt. Zeiten ändern sich.
  • Dauerwelle mit der Chemiekeule.
    Ohne Fenster. Ohne Maske. Dafür mit Tränen in den Augen – und nicht nur vor Rührung.
  • Telefonzellen.
    Eng, verraucht, gelb. Wenn jemand telefonierte, stand man artig Schlange – mit Münzen in der Hand und Frust im Herzen.
  • Raucherbereich für Schüler – aufgemalt, ganz offiziell.
    Ja, wirklich. In amerikanischen Highschools durften Schüler ab 14 Jahren ganz legal rauchen – solange sie innerhalb der Raucherzone standen. In Deutschland galt früher die Regel, dass Kinder ab 16 Jahren auf dem Pausenhof rauchen durften. Unfassbar.

All das war mal … normal. Heute schütteln wir den Kopf.

Aber wisst ihr was? Ich finde das großartig. Denn es zeigt: Wir sind fähig zu lernen. Wir sind nicht verurteilt, ewig in denselben Mustern zu bleiben. Wir können dazulernen. Wir können uns verändern. Und Verantwortung übernehmen – für uns selbst und für andere.

Und das gilt nicht nur für Verkehrssicherheit oder Frisurenmode. Das gilt auch für unsere Herzen. Denn manchmal gibt es auch innere Gewohnheiten, die uns nicht mehr guttun, die wir aber trotzdem als „normal“ akzeptieren.

Sich ständig vergleichen. Gefühle runterschlucken. Funktionieren, obwohl man innerlich leer ist. Nicht um Hilfe bitten, weil man „stark“ sein will.

Aber was, wenn Gott genau da ansetzt? Was, wenn er sagt: „Ich mache dich neu. Schritt für Schritt. Und du darfst loslassen, was dir nicht mehr dient.“

„Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes.“ (Römer 12,2)

Das ist kein Appell zum Perfektionismus. Es ist eine Einladung zu echter Veränderung. Mitten im Alltag.

Vielleicht ist genau heute ein guter Tag, um dir ein neues „Normal“ zu gönnen. Eines, in dem du freundlich mit dir selbst bist. Mutig, echt und offen für das, was Gott tun will.

Von Herzen,
deine ehrlich erstaunte

15. August 2025

Wie blöd waren wir eigentlich?

Sorry für den rauen Ton. Aber ganz ehrlich: Wenn ich zurückdenke an manches, was wir früher für „normal“ hielten, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

Rauchen im Flugzeug, zum Beispiel. Ich war Anfang zwanzig, unterwegs nach Amerika. Es war mein erster großer Flug und ich war natürlich voller Vorfreude. Bis ich meinen Platz fand: Reihe 47. Ganz hinten – im Raucherbereich. Ja, den gab’s wirklich. Gefühlt 60 Leute um mich herum, die abwechselnd alle drei Minuten eine Kippe anzündeten. Der Qualm stand wie eine Nebelwand im Gang. Ich kam an wie geräuchert – nicht innerlich gesegnet, sondern äußerlich durchgegart. Damals war das … normal.

Was wir früher „normal“ nannten

Oder Tiroler Nussöl. Lichtschutzfaktor null. Wir haben uns regelrecht frittiert – braun war das Ziel, nicht geschützt. Heute würden wir das keinem Kind mehr antun.

Und dann: Autofahrten auf der Rückbank ohne Gurt. Auch auf langen Urlaubsfahrten. Es war schlicht nicht vorgeschrieben. Niemand hat uns angeschnallt, wir waren halt „hinten“.

Heute lachen wir darüber. Oder schütteln fassungslos den Kopf. Weil wir dazugelernt haben. Weil es Regeln gibt, die schützen. Weil man nicht jeden Unsinn ewig weitermachen muss, nur weil er mal erlaubt war.

Deshalb freue ich mich, dass ab dem 1. August 2025 die Handys endlich aus den Schulen verschwinden – flächendeckend, konsequent, überfällig.

Für viele ist das ein Aufschrei, für mich ein längst überfälliges Muss. Nicht, weil ich Technik hasse. Im Gegenteil: Ich liebe mein Smartphone (meistens). Aber ich liebe auch Kinder. Und ich weiß, was Bildschirme aus ihnen machen können. Ich habe noch kein Enkelkind, aber ich wünsche mir, dass jedes Kind in der Pause wieder spielen darf, nicht wischen. Dass es lernt, ein echtes Gesicht zu lesen – nicht nur Emojis. Dass es Konflikte aushält statt sie wegzudrücken. Dass es nicht täglich unter dem Druck steht, perfekt, cool und jederzeit erreichbar zu sein.

Wenn wir unsere Kinder von Anfang an mit dem Gefühl großwerden lassen, dass der Bildschirm wichtiger ist als das Gegenüber – was erwarten wir dann später? Empathie auf Knopfdruck? Beziehungen mit Ladebalken?

Ich glaube, es ist Zeit für einen Reset

Und zwar nicht nur für unsere Kinder. Vielleicht brauchen wir auch selbst eine Art „Flugmodus fürs Herz“. Eine innere Pause-Taste. Ein: Jetzt schalte ich mal bewusst aus – und höre hin. Auf mein Gegenüber. Auf mich selbst. Auf Gott. Denn während wir dauernd senden, posten, tippen – redet er manchmal ganz leise.

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.“ (Psalm 46,11)

Stille ist kein Defizit. Sie ist ein Raum, in dem Tieferes hörbar wird. Vielleicht ist genau das der größte Fortschritt: Wenn wir wieder lernen, ganz da zu sein. Ohne Dauerbeschallung. Ohne Ablenkung. Einfach da – füreinander. Und für den, der uns geschaffen hat.

Flugmodus fürs Herz

Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns selbst fragen: Was darf bei mir mal „in den Flugmodus“? Was braucht gerade Stille, statt Dauerstrom? Du bist kein Smartphone. Du musst nicht immer funktionieren. Und du darfst auch mal abschalten – um wieder ganz Mensch zu sein. Geliebt. Gesehen. Gehalten.

Viele Grüße aus dem „Offline-Modus“,
Deine

8. August 2025

Diebischer Angriff auf offener Straße

Meine Kollegin wollte Urlaub machen. Einfach raus, den Kopf freikriegen, ans Meer fahren, tief durchatmen – Ostsee, wir kommen! Kaum angekommen, ließ sie das Hotel links liegen und steuerte direkt das, was sie wirklich ersehnte: eine Fischbude. Denn mal ehrlich: Was gibt es Besseres, als ein frisches Fischbrötchen direkt vom Meer? Goldbraunes Brötchen, knackiger Salat, saftiger Fisch – der Geschmack von Freiheit.

Sie bekam ihr Brötchen, atmete noch einmal salzige Meeresluft ein – und biss genussvoll hinein. Ein himmlischer Moment. Aber nur kurz.

Denn im nächsten Augenblick geschah es: Ein Schatten huschte über sie hinweg. Ein Flügelschlag. Und weg war das Brötchen. Eine Möwe im Sturzflug hatte ganze Arbeit geleistet.

Und meine Kollegin stand da – mit heruntergeklappter Kinnlade, einer leeren Hand und einem Gefühl irgendwo zwischen Schock und unfreiwilligem Fasten.

Flügel, Fisch und Fassungslosigkeit

Sekunden später saß sie mit ihrem Partner auf einer Bank und beobachtete das Geschehen aus sicherer Entfernung. Und siehe da: Wieder und wieder schlugen die Möwen gezielt zu – mit Präzision, im Sturzflug, ohne jede Gnade. Ganze Brötchen wechselten innerhalb einer Sekunde den Besitzer. Immer bei den Neuen. Die Ahnungslosen. Die Touris.

Die Einheimischen? Erkannten die Szenen schon von weitem. Sie hielten ihre Brötchen fest wie Kronjuwelen, drehten sich strategisch mit dem Rücken zum Himmel, scannten die Lüfte wie Radarsysteme.

Und dann stellte meine Kollegin die Frage aller Fragen:
Warum gibt es da eigentlich kein Warnschild?
Oder amüsieren sich die Budenbesitzer klammheimlich beim Zuschauen?
Vielleicht verkaufen sie heimlich doppelt so viele Brötchen.
Learning by Brötchenverlust.

Das Leben schmeckt – bis jemand kommt und raubt

Ich hab über diese Geschichte gelacht. Und dann nachgedacht. Denn mal ehrlich: Wie oft passiert uns das auch innerlich? Du freust dich auf etwas. Du planst. Du hoffst. Du betest. Du denkst: Jetzt kommt ein guter Abschnitt.

Und dann – zack! – kommt etwas von oben, von hinten, von außen. Und reißt dir die Freude aus der Hand. Eine Enttäuschung. Eine Nachricht. Eine Begegnung. Ein Zweifel. Ein Schatten. Und plötzlich stehst du da, leer, fassungslos, verletzt.

„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben.“ (Johannes 10,10)

Und ja – er kommt nicht mit Ankündigung. Er stürzt sich auf deine Zuversicht, deinen Frieden, deinen Glauben. Genau dann, wenn du dachtest: Jetzt wird’s gut.

Aber Jesus bleibt nicht beim Warnschild. Er sagt im selben Atemzug:
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben – und es im Überfluss haben.“

Mit anderen Worten: Wenn dir etwas geraubt wird, darfst du wissen – ich bin da. Ich fülle auf. Ich heile. Ich gebe zurück, was verloren ging.

Gestohlen – aber nicht verloren

Und vielleicht gehörst du inzwischen zu denen, die das Spiel kennen. Die wissen, wie die Möwen fliegen – wie der Feind zuschlägt.

Dann darfst du deine Erfahrungen weitergeben. Werde einer, der andere warnt. Der mitfühlt. Der teilt – nicht nur sein Brötchen, sondern seine geistlichen Lektionen.

Denn genau das ist Jüngerschaft: Nicht über andere lachen, sondern sie stärken. Und selbst wachsam bleiben und daran denken: Gott hat mehr als ein Brötchen für mich.

Kleiner Reminder für heute:

Vielleicht wurdest du auch schon mal kalt erwischt. Vielleicht hast du etwas verloren, woran dein Herz hing. Dann halte heute fest, was dir niemand nehmen kann: Gottes Zusage an dich.

Schau nicht nur auf die Möwen.
Schau auf ihn.

Herzliche Grüße – mit wachem Blick und festem Griff an das, was wirklich zählt.
Deine

1. August 2025

Mehr Selbstwert? So klappt’s wirklich!

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hieß der bekannteste Star der Welt Charlie Chaplin. Er war Schauspieler und Komiker. Die Menschen waren so begeistert von ihm, dass sie Wettbewerbe veranstalteten, um herauszufinden, wer ihn am besten nachahmen konnte.

1912 fand ein solcher Charlie-Chaplin-Ähnlichkeitswettbewerb in San Francisco statt. Chaplin hörte davon, als er gerade in der Stadt war – und erlaubte sich einen Scherz: Er ging hin, ganz inkognito, und nahm wie ein gewöhnlicher Mensch am Wettbewerb teil.

Die Jury gab ihm den dritten Platz.

Ja, sie fanden tatsächlich: Andere sehen mehr aus wie Charlie Chaplin als Charlie Chaplin selbst.

Wenn Selbstzweifel das Mikro übernehmen

So etwas passiert, wenn wir uns von anderen bewerten lassen. Und Hand aufs Herz: Diese Momente kennen wir alle.

Ich auch.

Ich kenne das Gefühl, mich plötzlich unattraktiv, unbeholfen, unintelligent, unwichtig, unwohl, uninteressant oder unbedeutend zu fühlen. Diese kleinen „un“, die sich wie ein Grauschleier über unser Selbstbild legen.

Und manchmal schleichen sich diese Fragen ein:
Gefalle ich den anderen?
Bin ich gut genug?
Was denken sie über mich?

Spoiler: Es zählt nicht, ob du wie Chaplin wirkst – sondern dass du du bist.

Was wäre, wenn wir das „un“ einfach streichen?

Niemand kennt unseren Wert so gut wie der, der uns gemacht hat. Gott.

Du bist wertvoll. Punkt.

Und wenn du dich mal wieder selbst auf den dritten Platz schiebst –
Gott hebt dich sanft zurück nach vorn.

Weil du nicht „un“ bist. Sondern unübersehbar du.

Kleiner Reminder für heute:

Wenn du das nächste Mal das Handy in die Hand nimmst,
öffne nicht Instagram. Sondern die Notizen-App –
und schreib dir nur ein Wort rein:

WERTVOLL.

Deine

25. Juli 2025

Feier das Unperfekte

Stell dir das mal vor: Du gönnst dir eine kleine Auszeit. Die Kinder sind beschäftigt, alles wirkt kurz wie ein friedlicher Werbespot für das Familienleben. Und plötzlich massiert dein Zweijähriger dir liebevoll den Rücken. Hach, denkst du. Wie süß. Wie aufmerksam. Wie … oh nein. Mit einem Kugelschreiber?!

Die Bluse war hinüber. Die Massage: unvergesslich. Und die Pointe? Gold wert.

Genau das ist meiner Nichte neulich passiert. Und weißt du was? Ich konnte gar nicht anders, als zu lachen – und ihr zu sagen: „Diese Massage vergisst du nie. Und hey, die einzige Motivation deines kleinen Masseurs war: Mama was Gutes tun.“

Fast zeitgleich die nächste Kugelschreiberstory: Meine andere Nichte kaufte sich stolz einen schicken, beigefarbenen Massagesessel. Luxus pur. Kurz darauf hat sie ein Regal montiert, ein Kugelschreiber fällt herunter und verursacht einen Fleck mitten auf den neuen Massagesessel. Sie probiert alles, aber der Fleck bleibt.

Was ich ihr gesagt hab?
„Dieser Fleck erzählt eine Geschichte. Und nur du kennst sie. Niemand sonst sieht ihn. Für alle anderen ist es einfach ein cooler Sessel. Für dich: ein Unikat.“

Warum hängen wir uns eigentlich so an Perfektion auf?

Ein Fleck auf dem Sessel. Eine ruinierte Bluse. Unschön? Vielleicht. Aber: Unperfekt ist das Schönste. Denn das Unperfekte ist das, was berührt. Was echt ist. Was bleibt.

Das erinnert mich an eine Story, die mein Mann mir mal erzählt hat. In Amerika gibt’s einen indigenen Stamm namens Navaso, der Teppiche und Decken webt – sogenannte Flaw-Teppiche (= Teppiche mit Fehlern). Und weißt du, was sie machen? Sie weben ganz bewusst einen Fehler mit ein. Auf der Rückseite. Unsichtbar für fast alle.

Warum? Aus Demut, weil nur der Schöpfer perfekt ist. Und weil dieser Fehler den Teppich unverwechselbar macht. Der „Fehler“ ist das Zeichen: Das hier ist von mir. Ein Unikat. Unverwechselbar und echt. Unperfekt und wunderschön.

Ist es mit unserem Leben nicht genauso?

Wir versuchen, alles richtig zu machen. Fehlerfrei zu sein. Glatt gebügelt, perfekt gefiltert, Instagram-ready. Aber das Leben ist keine Werbebroschüre. Es ist ein Teppich – mit Rückseite. Und manchmal fällt eben ein Kugelschreiber drauf. Manchmal ist da ein Riss. Ein Schatten. Ein Fleck.

Doch genau da zeigt sich: Du lebst. Gott sieht nicht die Flecken – er kennt die Geschichte dahinter. Er liebt nicht dein perfektes Bild, sondern dein echtes Herz.

☀️ Und jetzt du:

Nimm dir heute eine Sache vor:
Feier das Unperfekte. Mach ein Foto vom Fleck. Lach drüber.
Schreib dir den Satz auf den Badezimmerspiegel: ➡️ "Unperfekt ist das Schönste."

Lass los. Übe Gelassenheit und schau liebevoll auf das, was schiefgelaufen ist.

Denn manchmal liegt der Segen genau im Unvollkommenen.
Und vielleicht ist der Fleck auf dem Sessel … dein persönliches Zeichen:
Du bist echt. Geliebt. Und absolut einzigartig.

Deine

18. Juli 2025

Folgsam ist nicht immer ratsam

Mein großer Bruder liebt Motorräder. Also so richtig. Benzin im Blut, Lederjacke im Schrank, Helm auf dem Kopf – fertig ist das Glück. Vor ein paar Jahren machte er mit einer Gruppe von etwa 50 Bikern eine Tour durch England. Freiheit auf zwei Rädern, atemberaubende Landschaften, der Fahrtwind im Gesicht – das volle Programm. Nur eine Sache war anders: Linksverkehr.

Aber mein Bruder wäre nicht mein Bruder, wenn er sich davon hätte aus der Ruhe bringen lassen. Er fuhr souverän vorneweg, Chef der Kolonne, der Navigator mit Navi. Und es lief wie geschmiert – bis zu diesem einen Moment.

🛑 Kreisverkehr voraus

Er sieht das Schild, gibt Handzeichen, alles klar. Nur – als er einbiegt, fährt er… rechtsrum. Ganz automatisch. Wie in Deutschland. Zack, raus aus der Spur, rein in die Gewohnheit. In England fährt man jedoch links in den Kreisverkehr ein – also im Uhrzeigersinn.

Doch jetzt kommt der eigentliche Knaller: Alle anderen – ALLE 49 – fahren ihm hinterher.

Ohne Nachzudenken. Ohne Zögern. Einfach: Hinterher! Wie eine perfekt organisierte Pinguinparade – nur eben auf Motorrädern. Auf der falschen Seite. Im britischen Kreisverkehr.

Und dann irgendwie wieder raus aus dem Kreisel des Wahnsinns. Gott sei Dank gab es keine Verletzten, kein Crash. Nur ein riesengroßes Ups. Und viele, viele Schweißperlen unter den Helmen. Was für eine Lektion:

Nicht alles, was alle machen, ist automatisch richtig.
Nicht jeder, der vorneweg fährt, ist automatisch auf dem richtigen Kurs.

Klar denken statt blind lenken

"Prüft alles, das Gute behaltet." – 1. Thessalonicher 5,21 kommt mir gerade in den Sinn.

Wie oft tappen wir im Alltag in genau dieselbe Falle?

Da ist dieser Trend – also machen wir mit.
Da ist diese Meinung – also übernehmen wir sie.
Da ist dieser Lebensentwurf – also versuchen wir ihn zu kopieren.

Ohne innezuhalten.
Ohne zu fragen: Ist das überhaupt Gottes Weg für mich?
Ohne zu merken: Ich fahre gerade in die komplett falsche Richtung.

Aber was, wenn ... du umdrehst?

Was, wenn du anhältst, den Helm abnimmst, einmal tief durchatmest und dann bewusst deinen eigenen Weg suchst? Nicht gegen den Strom – sondern mit Gott. Nicht nach der Mehrheit – sondern nach Wahrheit.

Denn ganz ehrlich: Gott ruft dich nicht dazu auf, ein Mitläufer zu sein. Er ruft dich dazu auf, ein Licht zu sein. Ein Unterschied. Ein Richtungswechsel. Vielleicht sogar der eine, der sagt: „Hey Leute – das hier ist nicht der richtige Weg!“ Und ja, das braucht Mut. Aber Mut beginnt oft ganz leise mit einer Entscheidung in deinem Herzen.

☀️ Dein Herzensmoment heute

Wo bist du einfach nur mitgefahren?
Wo hast du aufgehört, selbst zu denken – und vielleicht sogar zu glauben?
Und wo lädt Gott dich heute ein, wieder neu bei ihm „einzulenken“?

🔄 Dreh dich um. Wörtlich. Geistlich. Ganz praktisch.

👉 Frag ihn: „Herr, was ist DEIN Weg für mich?“
👉 Lies seine Richtungsschilder: Sein Wort.
👉 Und dann: Folge nicht blind, sondern mit offenen Augen und offenem Herzen.

Du bist nicht berufen, in den falschen Kreisel des Lebens zu rasen.
Du bist berufen, Spuren zu hinterlassen – in die richtige Richtung.

Deine

11. Juli 2025

Vom Waisenhaus zur Weltbühne

Wie ein bulgarisches Mädchen die Welt eroberte – und was LOGOS damit zu tun hat!

Sie war ein kleines, stilles Mädchen im Waisenhaus „Karlovo 1“. Niemand hätte gedacht, dass ausgerechnet sie eines Tages auf internationalen Siegertreppen stehen würde – mit erhobenen Armen, Medaillen um den Hals, Rekorde brechend. Aber da war jemand, der an sie glaubte: Marina Dimitrova. Und ein Team von LOGOS. Und ja – ein Gott, der aus Unsichtbaren Unübersehbare macht.

Galya Shatova. Diesen Namen kennt heute jeder in der Welt des Gewichthebens. Eine zierliche Bulgarin mit Bärenkraft. Sie glänzte bei Europameisterschaften, holte Bronze bei den Jugend-Olympischen Spielen, stellte nationale Rekorde auf. Galya hat sich von ganz unten bis an die Spitze der Gewichtheberwelt gekämpft – mit Mut, Disziplin und einem Funken Hoffnung, der nie erlosch.

Doch was kaum jemand weiß: Ihre Geschichte beginnt nicht mit Muskeln und Medaillen. Sie beginnt mit Einsamkeit. Mit Sehnsucht. Mit einem Kinderheim. Und mit Hoffnung, die einen Namen hat: LOGOS Bulgarien.

Mehr als ein Besuch. Mehr als ein Geschenk.

Seit Jahren besucht ein Team von LOGOS-Bulgarien unter der Leitung von Marina Dimitrova vier Kinderheime. Sie bringen Geschenke zu Feiertagen. Ja, das auch. Aber was sie wirklich bringen, wiegt mehr als Gold: Wertschätzung. Zeit. Ehrliches Interesse. Und die unerschütterliche Botschaft: Du bist gewollt. Du bist wertvoll. Du bist geliebt.

Sie spielen mit den Kindern. Lachen. Weinen manchmal auch. Sie erzählen von Jesus – nicht als Märchenfigur, sondern als Freund. Als Retter. Als einer, der Waisen zu Königinnen macht. 

So wie Ester. Ester war ein jüdisches Mädchen, das als Waise bei ihrem Onkel Mordechai aufwuchs. Durch Gottes Fügung wurde sie Königin von Persien und rettete ihr Volk vor der Vernichtung. Ihre Geschichte zeigt:

Gott kann aus den Unsichtbaren Unübersehbare machen. (Siehe Ester 2–7)

Aufklärung statt Auslieferung

Viele der Kinder, besonders aus Heimen wie „Karlovo 1“, sind gefährdet. Armut. Hoffnungslosigkeit. Und dann diese Wölfe im Schafspelz, die mit Menschenhandel und Zwangsprostitution locken. Deshalb klärt das LOGOS-Team auf. Mit Worten, die Leben retten. Mit Herzen, die nicht müde werden.

Und manchmal – wird aus einem schüchternen Mädchen mit großen Augen eine weltbekannte Gewichtheberin.

Galya – Ein LOGOS-Mädchen schreibt Geschichte

Galya Shatova war eines dieser Mädchen. Marina kennt sie, seit sie klein war. Hat ihr kleine Geschenke gebracht. Ihre Hand gehalten. Mit ihr gelacht, vielleicht geweint. Und irgendwann begann Galya zu glauben: Ich kann. Ich darf. Ich bin mehr.

Heute hebt sie Gewichte, die doppelt so schwer sind wie sie selbst. Aber was wirklich schwer wog: die Last, sich selbst wertlos zu fühlen. Diese hat sie abgelegt. Und durch LOGOS ein neues Fundament gefunden.

✨ Dein Herzensmoment heute

Vielleicht kennst du auch jemanden, der sich klein und übersehen fühlt. Vielleicht ist es dein Kind, dein Enkel, deine Nachbarin. Oder – du selbst. Dann erinnere dich: Gott sieht, was Menschen oft übersehen. Und er spricht aus, was wir selbst kaum zu hoffen wagen:

„Du bist mein geliebtes Kind. Ich habe Großes mit dir vor.“

👉 Schau dich heute mit seinen Augen an. Und vielleicht kannst du auch jemand anderem diesen Blick schenken – einen, der Hoffnung macht. Einen, der sagt: „Ich glaube an dich.“

Von Herzen – mit Blick auf die Unsichtbaren,
deine

PS: Heute Vormittag bin ich bei World Wide Volunteers als Referentin eingeladen – 45 junge Leute, die bald ein freiwilliges Jahr im Ausland starten, hören meinen Impuls zum Thema „Innere Stärke“.

4. Juli 2025

Der Sorgenkiller Nummer 1

Es ist nicht der Stress, der uns auffrisst. Es ist nicht mal die Angst. Es ist dieses eine leise, lähmende Gefühl: „Es bringt sowieso nichts.“

In einer Welt, die so vollgeballert ist mit Negativität, Bösem und Täuschungen, passiert es schnell, dass wir den Blick verlieren. Den Mut. Die innere Stabilität.

Doch das Gefährlichste daran ist: Wir merken oft nicht, was wir dabei verlieren.

Es ist nicht nur Hoffnung. Es ist nicht nur Vertrauen. Es ist etwas Tieferes, etwas Stärkeres. Es ist die Zuversicht.

Was ist Zuversicht überhaupt?

📚 Der Duden definiert sie als: „Fester Glaube an eine positive Entwicklung in der Zukunft.“

📖 Wikipedia definiert Zuversicht als „eine ruhige, positive Erwartungshaltung gegenüber zukünftigem Geschehen, die auf innerer Überzeugung beruht.“ Wow!!!!

Oder einfacher gesagt: Zuversicht ist der feste Glaube daran, dass sich erfüllt, was man hofft.

Nicht vielleicht, sondern mit innerer Gewissheit. Und genau deshalb ist sie der Sorgenkiller Nummer 1.

Eine positive Erwartungshaltung kann nicht gleichzeitig mit einer sorgenvollen Befürchtung existieren. Es geht nur entweder … oder.

Wer zuversichtlich auf das Kommende blickt, hat keinen Raum für Sorgen. Nicht, weil die Probleme verschwinden – sondern weil sich die Perspektive ändert.

Und doch werfen wir sie weg

„Werft eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat.“
Hebräer 10,35

Was für ein Vers – und was für eine Warnung. Wenn die Bibel so klar sagt, „Werft sie nicht weg“, dann zeigt das: Es passiert schneller, als uns lieb ist.

Wir lassen die Zuversicht entgleiten – zwischen Alltagsstress, schlechten Nachrichten und schleichender Müdigkeit. Nicht mit einem großen Knall. Sondern Stück für Stück.

Wie Sand zwischen den Fingern.

Was hilft, um sie nicht zu verlieren?

Kein komplizierter Trick, sondern etwas, das wirklich wirkt – und hängen bleibt: Dein Lied der Zuversicht.

Ein Song, der genau das ausspricht, was du vielleicht gerade nicht mehr spürst. Der deine Haltung stärkt – von innen nach außen.

Mein Vorschlag:
▶ Confidence – Sanctus Real (Official Audio)

Darin heißt es auf deutsch übersetzt: „Gib mir Glauben wie Daniel in der Löwengrube ... Gib mir Hoffnung wie Mose in der Wüste. Gib mir ein Herz wie David ... damit ich meinen Riesen mit Zuversicht begegnen kann.“

Mach diese Hymne der Zuversicht (oder ein anderes Lied, das dir Zuversicht gibt) bewusst zu deinem persönlichen Reminder.

Fazit

Zuversicht ist kein Gefühl. Sie ist ein Entschluss. Ein Gegengewicht zur Sorge. Eine geistliche Waffe gegen inneren Zerfall. Und sie ist zwar rar geworden – aber nicht unerreichbar.

Halte sie fest. Gib sie nicht her. Und wenn sie dir entgleitet: Drück „Play“.

Erinnere dich: Du darfst erwarten, dass es gut wird.

Deine zuversichtliche

PS: PS: Mit lieben Grüßen aus Österreich – von der christlichen Freizeit, die ich mit leiten darf.

27. Juni 2025

Auf Fuchsjagd

(nach Hohelied 2,15)

Wusstest du, dass Füchse in manchen Weinregionen eine echte Plage sind? Sie schleichen sich nachts in die Weinberge, scharren im Boden, beschädigen die Wurzeln der Reben – und manchmal knabbern sie sogar die zarten Triebe ab. Nicht mit lautem Gebrüll, sondern still, heimlich. Am Morgen ist der Schaden da, bevor man überhaupt wusste, dass ein Fuchs da war.

Ich habe gelesen, dass Füchse sogar unterirdische Gänge graben, um ganze Pflanzreihen zum Einsturz zu bringen. Klingt übertrieben? Vielleicht. Aber genau darum geht es im Hohelied 2,15:

„Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben – denn unsere Weinberge stehen in Blüte!“

Warum ausgerechnet kleine Füchse? Weil es oft die kleinen Dinge sind, die uns aus dem Gleichgewicht bringen.

Das Böse kommt auf leisen Pfoten

Ich erzähle dir mal von meinen kleinen Füchsen diese Woche:

  • Der Ölfleck auf den Platten unserer neuen Terrasse. Wunderschönes Grau, feiner Stein – und jetzt: ein dunkler Fleck, der einfach nicht mehr rausgeht.
  • Die zweite Absage eines wichtigen Termins, auf den ich wochenlang hingearbeitet hatte.
  • Die Autopanne am Dienstag – auf einer vielbefahrenen Bundesstraße, ohne Standstreifen. Und als wäre das nicht genug: die Rechnung der Fachwerkstatt, die noch kommt.
  • Die heißeste Nacht des Jahres – 26 Grad unterm Dach. Ich habe sie auf dem Sofa verbracht. Der neue Luftkühler? Nutzlos. Und mein Rücken am nächsten Morgen? Ein einziger Schmerzpunkt.

Klingt alles harmlos? Ja. Und doch – diese Kleinigkeiten haben eine Mission: dich mürbe machen. Dich entnerven. Dich frustrieren.

In der Offenbarung – Kapitel 13, Vers 7 – steht, dass der Feind Gottes die Heiligen „überwinden“, andere Übersetzungen sagen: zermürben will. Ein starkes Wort. Es bedeutet: systematisch die Widerstandskraft brechen. Nicht auf einen Schlag. Sondern langsam und gezielt.

Der Weinberg ist dein Leben. Und die Füchse können zum Feind werden. Kleine Ärgernisse mit großer Wirkung. Sie kommen nicht mit Sturmgebrüll – sondern mit schleichender Alltagsmüdigkeit.

Wie du die Fuchsfalle erkennst

Also was tun? Auf Fuchsjagd gehen – mit Entschlossenheit. Mit Fokus. Mit einem klaren „Stopp – nicht mit mir!“ Und ganz wichtig:

Wenn ich weiß, jemand hat es gezielt auf meine Laune abgesehen, dann darf ich ihm nicht den Gefallen tun, in diese (Fuchs-)Falle hineinzutappen.

Diese Erkenntnis ist mein Jagdgewehr. Mein innerer Alarm. Mein „Moment mal – ich sehe dich, Fuchs!“

Was hilft konkret?

👉 Ein kurzes Gebet mitten im Chaos.
👉 Ein bewusstes Lächeln, obwohl dir nicht danach ist.
👉 Ein Perspektivwechsel – von „Schon wieder das!“ zu „Ich lass mich nicht kleinkriegen.“
👉 Oder einfach: eine große Tasse Kaffee, tief durchatmen, weitergehen.

Füchse mögen clever sein. Aber wir sind nicht allein auf dem Feld. Unser Hirte sieht mehr – und steht hinter uns.

👉 Was sind deine kleinen Füchse heute?
👉 Wo versuchst du gerade, durchzuhalten – obwohl es zieht, piekst, nervt?

Erkenne die Taktik. Und dann: Gegenhalten. Im Vertrauen und mit einem wachen Herzen.

Bis nächste Woche – deine (fast) unzermürbbare

20. Juni 2025

Was kommt nach dem Sonnenschein?

Von Licht, das bleibt

Gerade bin ich zurück aus Kalifornien – dem US-Staat mit rund 258 sonnigen Tagen im Jahr. Und ja, es war traumhaft: Familienzeit, eine diamantene Hochzeit, gutes Essen, Lachen bis in die Nacht, Sonne im Herzen und auf der Haut.

So ein Urlaub ist wie Balsam für die Seele. Am liebsten hätte ich auf Pause gedrückt. Einfach diesen Moment von Glück festgehalten.

Aber kaum bin ich wieder daheim, ist auch der Alltag mit all seinen Geräuschen, Pflichten und Routinen zurück. Die Sonne scheint noch draußen, aber innerlich … tja, da zieht sich oft schon wieder etwas zu.

Und ich frage mich: Was kommt nach dem Sonnenschein? Ein grauer Himmel? Stress? Altlasten? Oder versuchen wir, durch neue Highlights die Glückskurve oben zu halten – den nächsten Urlaub planen oder das nächste kleine Paradies bauen?

Doch irgendwie spüre ich: Diese äußeren Dinge reichen auf Dauer nicht aus. Je älter ich werde, desto klarer wird mir: Wir brauchen etwas, das bleibt. Ein Licht, das nicht untergeht.

Und genau da setzt mein Glaube an. Denn Gott hat uns etwas Unglaubliches versprochen: ein Erbe, das uns niemand nehmen kann.

„Diesen Heiligen Geist hat Gott uns als ersten Anteil am himmlischen Erbe gegeben, das wir bekommen sollen. Er verbürgt uns das vollständige Erbe, die vollkommene Erlösung, die wir noch erhalten. Und dann werden wir Gott in seiner Herrlichkeit loben und preisen.“ (Epheser 1,14)

Was für ein Versprechen! Der erste Teil des Erbes ist schon da – der Heilige Geist, Gottes Licht und Kraft in uns.

Er ist wie ein Sechser im Lotto. Nur lassen viele von uns diesen Gewinn einfach auf dem Konto liegen. Sie wissen gar nicht, was sie da eigentlich empfangen haben.

Der zweite Teil des Erbes kommt noch – die vollkommene Erlösung. Dann wird nicht nur unser Innerstes, sondern auch unser Körper, unsere Seele und unser ganzes Sein erneuert. Kein Leid mehr. Keine Tränen. Keine Schatten mehr. Ein Leben in Gottes Gegenwart – für immer.

Und bis dahin? Was der Urlaub für die Seele ist, ist der Heilige Geist für den Alltag: Erfrischung. Kraft. Klarheit. Hoffnung.

Aber seien wir ehrlich: Wie oft leben wir, als hätten wir den Heiligen Geist, den Gott jedem Gläubigen gibt, vergessen?

Er ist mehr als ein frommes Gefühl. Er ist die Gegenwart Gottes in dir – real, kraftvoll und aktiv.

Er erinnert dich an Gottes Wahrheit, wenn alles andere dich runterzieht. Er flüstert dir zu, wenn deine Gedanken kreisen. Er schenkt dir Mut, wo du eigentlich ausweichen würdest.

Und ja – er verändert sogar deine innere Haltung. Nicht krampfhaft, sondern durchdringend. Wie Licht, das langsam alles verwandelt.

💡 Drei kleine Lichtstarter

☀️ Starte bewusst mit Gott – nicht erst, wenn der Stress vorbei ist, sondern gerade mittendrin.
🔥 Nimm dir täglich einen Moment, um dich an deinen inneren Coach, den Heiligen Geist, zu erinnern. Sag einfach: „Zeig mir, was heute dran ist.“
🌟 Und lass dein Licht leuchten – im Büro, im Supermarkt, am Küchentisch. Denn wer das göttliche Erbe lebt, strahlt von innen.

Du musst kein Dauerurlauber sein, um dauerhaft Hoffnung zu verbreiten.


👉 Deine Einladung

Was kommt also nach dem Sonnenschein?
Du – im Licht Gottes. Als Erbe der Herrlichkeit. Als Mensch, durch den Hoffnung sichtbar wird.

Lebe dein Erbe. Nutze den göttlichen Sechser im Lotto. Bring Licht dorthin, wo andere nur Schatten sehen!

Ich bin gespannt: Was hilft dir, das Licht Gottes in dir lebendig zu halten?
Schreib mir – ich freue mich auf deine Gedanken!

Bis nächsten Freitag – sonnige Grüße,
Deine

13. Juni 2025

„Willst du ‘nen Kaffee?“

Mentalitätencrash an der Haustür

Ich war oben im Haus, es war einer dieser klirrend kalten Wintertage in Deutschland. Draußen wehte der Wind, drinnen war es gemütlich warm. Es klingelte. Mein Mann – frisch eingewandert aus Kalifornien, wo „kalt“ bei +15 Grad beginnt – ging zur Tür.

Ein paar Sekunden später hörte ich ihn sagen: „Would you like to come in and have a coffee?“

Ich erstarrte. Hatte er gerade den Postboten zum Kaffee eingeladen?!

Er kam lächelnd zurück, ganz entspannt. „Ja klar“, meinte er, „es ist doch ziemlich kalt draußen.“ Ich konnte nicht anders, als zu lachen.

„Schatz, das ist… süß. Aber in Deutschland lädt man den Postboten normalerweise nicht auf einen Kaffee ein. Sonst kriegen wir hier bald tägliche Hausbesuche.“

Tja. Willkommen im Mentalitäts-Mix.

Während wir Deutschen eher sachlich, direkt und zurückhaltend unterwegs sind, sind Amerikaner freundlich, enthusiastisch – und manchmal einfach... übertrieben nett.

Gerade bin ich wieder in Kalifornien. Und wenn ich im Supermarkt die Kassiererin nicht lobe oder beim Bäcker Smalltalk verweigere, werde ich angeschaut, als hätte ich schlechte Laune.

Und ich denke nur: „Wieso sollte ich wildfremden Menschen erzählen, wie mein Wochenende war?“

🪞Wenn Klartext auf Zuckerguss trifft

Das Spannende in einer binationalen Ehe: Man merkt, wie verschieden die Welten wirklich ticken. Ich frage direkt: „Warum hast du das so gemacht?“

Er umkreist Kritik, als wäre sie eine Bombe. Ich sage, was ich denke. Er sagt, was sich gut anfühlt. Und beide haben irgendwie recht.

💬 Was wir zeigen – und was in uns wächst

Beide Mentalitäten haben ihren Charme.

Aber ganz ehrlich: Ob Smalltalk-Profi oder Struktur-Liebhaber – Gott schaut nicht auf dein Auftreten, sondern auf dein Wachstum.

„Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16,7)

Sein Ziel ist nicht, dass du besser rüberkommst – sondern dass du ihm immer ähnlicher wirst.

„Wir alle aber spiegeln mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden verwandelt in dasselbe Bild – von Herrlichkeit zu Herrlichkeit – wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ (2. Korinther 3,18)

Das ist nicht polierte Höflichkeit, sondern echte Veränderung.

Kein Blitzprozess, sondern eine stille Verwandlung, die Tiefe hat – wie in einer guten Ehe. Oder besser gesagt: wie in einer innigen Beziehung zwischen Schöpfer und Kind.

✨ Dein Herzensmoment heute

Vielleicht geht’s diese Woche nicht darum, dich verständlicher, netter oder cooler zu verhalten. Sondern darum, Gott wieder neu ranzulassen – an dein Herz.

Nicht, damit du funktionierst. Sondern weil er dich liebt und dich verwandeln will.

Ganz leise. Ganz echt. Ganz du.

Mit sonnigen Grüßen aus Kalifornien
Deine

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